Albert Fish: Serienmörder, Kannibale, Vergewaltiger

| 31. Dezember 2020 |

Albert Fish war ein sehr aktiver Serienmörder, Vergewaltiger und Kannibale. Fish war eigentlich nur ein Rufname, denn mit bürgerlichem Namen hieß der Serienmörder Albert Hamilton. Albert Fish war in verschiedensten US-Bundesstaaten kriminell tätig, so seine eigenen Angaben. Seinerzeit konnten die einzelnen Vergewaltigungen, Morde und Vermisstenfälle anfangs nicht mit einem Täter in Verbindung gebracht werden, weshalb er regional unterschiedliche Spitznamen trug. So war Fish bekannt als Gray Man, Werwolf von Wysteria, Brooklyn Vampire, Moon Maniac und The Boogey Man. Den Aussagen des Verbrechers folgend, sind diesem mehr als 100 Menschen zum Opfer gefallen. In Bezug auf seine zahlreichen Vergewaltigungen behauptete Fish, er würde in jedem Staat der USA Kinder haben.

 

5 gruselige Fakten über Albert Fish

  1. Albert Fish gab an, mindestens 100 Menschen vergewaltigt, ermordet und/oder verstümmelt zu haben. Allerdings konnten anhand von Beweisen lediglich drei Opfer bestätigt werden. Hinzu kommen fünf weitere Fälle, für die es Indizien gibt, dass Fish der Täter gewesen sein könnte.
  2. Da Fish speziell auf Opfer abzielte, die niemand vermissen würde, ist vollkommen unklar, ob er mit seinen Angaben übertrieben hat. Bei einigen Personen ist aber bekannt, dass die Polizei nicht einmal wusste, dass diese ein Opfer sein könnten oder vermisst oder ermordet wurden.
  3. Als Fish verurteilt wurde, sagte der Anwalt von Fish, er habe vor seiner Hinrichtung eine abschließende Erklärung geschrieben, eine skurrile Art von Testament. Der Inhalt dieses Schriftstücks sei jedoch so grotesk und obszön, dass er dieses niemandem zeigen würde.
  4. Wegen der Grausamkeit seiner Verbrechen war Fish alternativ als The Grey Man, The Werewolf of Wysteria, The Brooklyn Vampire, The Moon Maniac und The Boogey Man bekannt.
  5. Sein Spitzname „The Boogeyman“ entstand durch die Zeugenaussage eines 3-Jährigen. Dieser wurde gefragt, ob er nach dem Verschwinden von Billy Gaffney jemanden gesehen habe, der seltsam war. Der kleine Mann beschrieb Fish und sagte aus, er habe wie der Boogeyman ausgesehen.

Albert Fish wird zum Brooklyn Vampire

Albert Fish wurde 1870 in Washington DC geboren. Sein Vater war bei seiner Geburt bereits 75 und seine Mutter 32 Jahre alt. Er hatte drei ältere Geschwister, verbrachte aber einen Großteil seiner Jugend in einem Waisenhaus. Der Vater starb, als Fish 5 Jahre alt war. Viele Mitglieder von Fishs Familie waren psychisch krank. Seine Mutter halluzinierte, sowohl sein Bruder als auch seine Schwester wurden zusammen mit seinem Onkel als psychisch krank diagnostiziert.

Im Waisenhaus wurde Fish körperlich misshandelt, was seinerzeit in derartigen Institutionen weit verbreitet war. Als er das Waisenhaus verlassen konnte, um seine Familie zu besuchen, blieb er mit dem Freund seiner Mutter zusammen. Auch der war psychisch gestört oder krank, denn er brachte Fish bei, Urin zu trinken und Kot zu essen. Überdies lernte er den Betrieb und das Verhalten von Menschen in den damals beliebten öffentlichen Badehäusern kennen. Er war fasziniert davon, wenn sich Menschen auszogen. Überdies studierte er obszöne Briefe, die er teilweise in den Umkleiden stahl.

1890, als Fish 20 Jahre alt war, zog er nach New York City. Er verdingte sich als Prostituierter. Zugleich begann er damit, minderjährige Jungen zu vergewaltigen. 1898 heiratete er Anna Mary Hoffman. Sie hatten sechs Kinder. Er missbrauchte weiterhin Jungen. Während dieser Zeit begann seine Besessenheit von sexuellen Verstümmelungen. Auslöser dafür war wahrscheinlich der Besuch in einem Museum, in dem er einen halbierten Penis gesehen hatte.

 

Erste aktenkundige Sexualstraftat

1910 lernte Fish einen 19-jährigen Mann namens Thomas Kedden kennen, der möglicherweise geistig behindert war. Fish spielte seine sadomasochistischen Fantasien an Kedden aus und folterte ihn zwei Wochen lang, bevor er schließlich seinen Penis halbierte. Als er fertig war, wollte Fish Kedden eigentlich töten, seinen Körper zerschneiden und stückweise nach Hause bringen, um ihn zu verspeisen. Aber das heiße Wetter machte ihm einen Strich durch seine Rechnung. Ohne Kühlschrank befürchtete Fish, dass er durch den Geruch zwangsläufig die Aufmerksamkeit auf sich lenken würde. Stattdessen goss Fish Peroxid über die Wunde und wickelte den Penis mit Vaseline in ein Taschentuch. Er hinterließ eine 10-Dollar-Banknote, küsste Kedden zum Abschied und überließ sein Opfer sich selbst.

 

Trennung des Ehepaares Fish

1917 verließ Anna Mary Fish. Sie nahm den größten Teil des Besitzes mit und ließ ihn für die sechs Kinder sorgen. Fish entwickelte immer deutlicher erkennbar Geisteskrankheiten. Er erlebte Halluzinationen und glaubte, dass der Apostel Johannes ihm direkte Befehle erteilen würde.

Fish hat seine eigenen Kinder nie körperlich misshandelt. Allerdings traumatisierte er seinen Nachwuchs, indem er ihn in seine kranken sadomasochistischen Fantasien verwickelte. So zwang er seine Kinder und deren Freunde dazu, ihn mit einem Paddel zu verprügeln, in welches er Nägel eingeschlagen hatte. Außerdem servierte er ihnen vorzugsweise zum Abendessen rohes Fleisch. Zu etwa dieser Zeit begann er damit, Kannibalismus zu betreiben. Es ist zu vermuten, dass er auch seinen Kindern rohes Menschenfleisch vorgesetzt hatte, ohne deren Wissen.

Während dieser Zeit begann Fish mit sadomasochistischen Experimenten an sich selbst. Er steckte sich Nadeln in seine Leistengegend und seinen Bauch. Unter den Gerichtsbeweisen ist eine Röntgenaufnahme zu finden. Diese zeigt 29 Nadeln, die Fish in seiner Leistengegend mit sich sich trug. Auf ähnliche Weise soll Fish auch seine Opfer gequält haben. Dies ist aber nicht sicher, weil er die Leichen in der Regel gegessen hat, was alle Spuren beseitigte.

Die Opfer von Albert Fisch

Francis McDonnell wurde 1924 im Alter von 9 Jahren von Albert Fish angegriffen. Er missbrauchte den Jungen sexuell und ließ ihn an einem Baum hängen. Fish sagte, er wollte ihn ursprünglich kastrieren. Da aber der Tatort nicht sehr abgelegen war, hatte er nicht genügend Zeit, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen.

1927 entführt Fish den 4-jährigen Billy Gaffney aus dem Flur vor dessen Wohnung in Brooklyn. Die Tat gesteht er in einem Brief an seinen Anwalt. Dem folgend, brachte er das Kind in ein einsam stehendes, verlassenes Haus. Dort zog er Gaffney aus und band seine Hände und Füße zusammen. Er würgte sein Opfer mit einem schmutzigen Lappen bis zur Bewusstlosigkeit. Dann verbrannte er dessen Kleider, warf die Schuhe auf die Müllkippe und fuhr um 2 Uhr morgens mit dem Trolley zur 59 St. und ging zu Fuß weiter nach Hause. Am nächsten Tag gegen 14 Uhr nahm er Werkzeuge und bastelte aus seinem Gürtel eine Peitsche, indem er das Leder in dünne Streifen schnitt. Dann fuhr er zurück zu seinem Opfer. Er peitschte den 4-Jährigen so lange auf den nackten Po, bis das Blut aus seinen Beinen lief. Anschließend schnitt er ihm die Ohren und die Nase ab. Außerdem schnitt er den Mund auf – von einem Ohr zum anderen. Als er ihm die Augen ausstach, starb das Kind. Dann stach er mit einem Messer in seinen Bauch und trank das Blut. Anschließend zerstückelte er die Leiche und verstaute die Teile in vier alten Kartoffelsäcken. Allerdings nahm er sich ein paar Scheiben vom Bauch, die Nase und die Ohren mit, um diese zu Hause zu essen. Die Säcke beschwerte er mit Steinen und warf diese in ein Wasserbecken.

Abschließend beschreibt Fish in einem detaillierten Rezept, wie er zu Hause das Fleisch des Jungen mit Karotten, Zwiebeln, Sellerie, Salz und Pfeffer im Ofen zubereitet hat. Dazu schrieb er: „Ich habe nie einen gebratenen Truthahn gegessen, der halb so gut schmeckte …“

1928 beantwortete Albert Fish eine Kleinanzeige von Edward Budd, in der dieser eine Anstellung suchte. Fish gab vor, ein Bauer zu sein, der einen Landarbeiter suchte. Seine Absicht war, den Mann zu töten und zu verstümmeln. Als er jedoch am Haus von Edward Budd dessen Tochter Grace traf, überzeugte er die Eltern, sie auf eine Party gehen zu lassen. Grace wurde nie wieder gesehen. Wie absurd, grotesk und skurril Fish dachte, zeigte sich in einem anonymen Brief, den er sechs Jahre später an die Mutter von Grace schrieb.

Darin steht:

Meine liebe Frau Budd,

1894 wurde ein Freund von mir als Decksmann auf dem Dampfer Tacoma, Capt John Davis, verschifft. Sie segelten von San Francisco nach Hong Kong, China. Als er dort ankam, gingen er und zwei andere an Land und betranken sich. Als sie zurückkamen, war das Boot weg. Zu dieser Zeit gab es in China eine Hungersnot. Fleisch jeglicher Art kostete 1 bis 3 Dollar pro Pfund. Das Leid unter den Ärmsten war so groß, dass alle Kinder unter 12 Jahren an die Metzger verkauft wurden, um zerschnitten und für Lebensmittel verkauft zu werden, damit andere nicht verhungern. Ein Junge oder ein Mädchen unter 14 Jahren war auf der Straße nicht sicher.
Sie konnten in jedes Geschäft gehen und nach Steak – Koteletts – oder Eintopffleisch fragen. Ein Teil des nackten Körpers eines Jungen oder Mädchens würde herausgebracht und genau das, was Sie wollten wurde herausgeschnitten. … John blieb so lange dort, bis er einen Geschmack für menschliches Fleisch bekam. Bei seiner Rückkehr nach New York stahl er zwei Jungen, einen 7 einen 11. Er brachte sie zu sich nach Hause, zog sie nackt aus, band sie in einen Schrank und verbrannte alles, was sie anhatten. Mehrmals jeden Tag und jede Nacht verprügelte er sie – folterte sie – um ihr Fleisch gut und zart zu machen. Zuerst hat er den 11-jährigen Jungen getötet, weil er den dicksten Arsch und natürlich das meiste Fleisch drauf hatte. Jeder Teil seines Körpers wurde gekocht und gegessen, außer Kopfknochen und Eingeweide. Er wurde im Ofen geröstet (sein ganzer Arsch) gekocht, gegrillt, gebraten, gedünstet. Der kleine Junge war der Nächste, ging den gleichen Weg. Zu dieser Zeit lebte ich in der 409 E 100 St, hinten rechts. Er erzählte mir so oft, wie gut menschliches Fleisch war, dass ich mich entschied, es zu probieren. Am Sonntag, den 3. Juni 1928, rief ich Sie in der 406 W 15 St. an. Brachte Ihnen Topfkäse – Erdbeeren. Wir haben zu Mittag gegessen. Grace saß auf meinem Schoß und küsste mich. Ich beschloss, sie zu essen, unter dem Vorwand, sie zu einer Party mitzunehmen. Du hast gesagt, ja, sie könnte gehen. Ich brachte sie zu einem leeren Haus in Westchester, das ich bereits ausgesucht hatte. Als wir dort ankamen, sagte ich ihr, sie solle draußen bleiben. Sie pflückte wilde Blumen. Ich ging nach oben und zog mich aus. Ich wusste, wenn ich es nicht täte, würde ihr Blut überall an mir kleben. Als alles fertig war, ging ich zum Fenster und rief sie. Dann versteckte ich mich in einem Schrank, bis sie im Zimmer war. Als sie mich ganz nackt sah, fing sie an zu weinen und versuchte die Treppe hinunterzurennen. Ich packte sie und sie sagte, sie würde es ihrer Mutter sagen. Zuerst zog ich sie nackt aus. Wie sie getreten und gekratzt hat. Ich würgte sie zu Tode und schnitt sie dann in kleine Stücke, damit ich mein Fleisch in meine Wohnung bringen, kochen und essen konnte. Wie süß und zart ihr kleiner Arsch im Ofen geröstet wurde. Ich habe 9 Tage gebraucht, um ihren ganzen Körper zu essen. Ich habe sie jedoch nicht gefickt, ich hätte es mir wünschen können. Sie ist als Jungfrau gestorben.“

 

Albert Fish – Modus Operandi seiner Taten

Fish wählte Opfer, von denen er glaubte, dass sie die Menschen nicht vermissen würden. Für ihn bedeutete dies afroamerikanische Jungen oder Jungen mit geistigen Behinderungen. Für seine Taten nutzte er immer dieselben Folter- und Mordwaffen, die er „Werkzeuge der Hölle“ nannte:

  • ein Hackmesser,
  • ein Fleischermesser
  • eine Handsäge

 

Albert Fish – Inhaftierung und Tod

1935 kam es zum Prozess wegen des Mordes an Grace Budd. Die Anwälte von Fish behaupteten, er sei geistig krank und deshalb schuldunfähig. Die Geschworenen stimmten im Punkt der Geisteskrankheit zu. Allerdings waren sie der Ansicht, dass Fish sehr wohl zwischen Gut und Böse, Recht und Unrecht unterscheiden könne. Am 16. Januar 1936 wurde Fish auf dem elektrischen Stuhl in New York hingerichtet. Seine letzten Worte waren: „Ich weiß nicht, warum ich hier bin!“

Albert Fish auf dem elektrischen Stuhl. (Bild: http://www.travelcreepster.com/albert-fish-the-werewolf-of-wysteria.html#.VMpa-sZZXGo )

 

Albert Fish in der Kultur

2007 wurde ein Dokumentarfilm über Albert Fish gedreht. Außerdem ist Fish das Thema des 2011 gedrehten Films The Grey Man, wobei sich der Titel auf einen seiner vielen Spitznamen bezog. Fish war überdies Gegenstand vieler True-Crime-Stories.

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