Allghoi Khorkhoi – der Mongolische Todeswurm

| 04. September 2016 |

Diese Kreatur, welche auch als Olgoi-Khorkhoi oder Mongolischer Todeswurm bekannt ist, soll angeblich in der zentralasiatischen Wüste Gobi leben.

 

Geschichte

Im Westen wurde man erstmals durch Roy Chapman Andrews Buch „On the Trail of Ancient Man“ von 1926 auf jene Legende aufmerksam. Andrews, ein Paläontologe aus den USA, war von den Berichten über das Ungeheuer, die ihm während eines Treffens mongolischer Beamter zu Ohren kamen, jedoch nicht überzeugt und merkte an, dass keiner der Anwesenden das besagte Tier je mit eigenen Augen gesehen habe.

Andrews zitiert in seinem Buch auch den früheren mongolischen Premierminister Damdinbazar (1874 – 1923), welcher die Kreatur 1922 eingehend beschrieben hatte. Hiernach soll sie die Form einer Wurst haben, weder über Kopf noch Beine verfügen sowie etwa zwei Meter lang und derartig giftig sein, dass allein die Berührung den sofortigen Tod bedeutet. Ihr Lebensraum sollen die verlassensten Gegenden der Wüste Gobi sein.

1932 veröffentlichte Andrews diese Informationen erneut in dem Buch „The New Conquest of Central Asia“.

1983 wurde einigen Mongolen, welche angaben, Allghoi Khorkhoi gesehen zu haben, eine Östliche Sandboa gezeigt. Sie bestätigten daraufhin, dass es sich dabei um das Tier handele, welches sie so nannten.

 

Eigenschaften

Geografisch soll Allghoi Khorkhoi den Westen oder Süden der Wüste Gobi bewohnen. In seinem Buch „Altajn Tsaadakh Govd“ von 1987 beschrieb Ivan Mackerle das Tier als Untergrundreisenden, der Sandwellen an der Oberfläche erzeugt, die es ermöglichen, ihn zu entdecken. Die Mongolen sagen, dass die Kreatur aus der Ferne töten könne, entweder indem sie Gift auf ihre Beute sprühe oder elektrische Entladungen verwende. Auch dort heißt es, dass der Wurm unterirdisch lebt und fast während des ganzen Jahres überwintert, außer im Juni und Juli, wenn er aktiv wird. Es wird außerdem berichtet, dass es am häufigsten an die Oberfläche kommt, wenn es regnet und der Boden nass ist.

Manche Einheimischen glauben, dass die Berührung eines Körperteils ungeheure Schmerzen und einen fast sofortigen Tod verursacht. Das Gift bringt angeblich auch Metall zum Rosten.

Eine weitere Eigenschaft, welche man der Kreatur nachsagt, ist, dass sie häufig Kamelen nachstellt und ihre Eier in deren Eingeweiden ablegt. Überdies soll sie eine rötliche Haut haben, gleichzeitig aber auch eine Vorliebe für die Farbe Gelb. Außerdem zeige das Tier eine besondere Neigung zu lokalen parasitären Pflanzen.

 

Nachforschungen

Mit dem Ziel die Kreatur aufzuspüren führte Ivan Mackerle 1990 und 1992 Gleichgesinnte in die Wüste Gobi. Durch Frank Herberts Science-Fiction-Roman „Dune“, in dem durch rhythmische dumpfe Schläge fiktive Sandwürmer an die Oberfläche gelockt werden können, inspiriert, konstruierte Mackerle ein spezielles motorgetriebenes Gerät, welches er „Thumper“ nannte. Darüber hinaus versuchte er auch das Wesen mittels kleinerer Explosionen herbeizulocken.

2005 unternahm der Journalist Richard Freeman vom „Centre for Fortean Zoology“ ebenfalls eine Expedition, um das Tier zu finden, was jedoch zu keinerlei Ergebnis führte. Freeman kam schließlich zu der Erkenntnis, dass die Geschichten über die Kräfte des Wurms Fiktion sein müssen und dass sich die gemeldeten Sichtungen wahrscheinlich auf eine bislang unbekannte Spezies innerhalb der Gattung Amphisbaena beziehen. Jene gehört zur Familie der Eigentlichen Doppelschleichen (Amphisbaenidae).
Von 2006 bis 2007 führte die Reality-TV-Serie „Destination Truth“ eine entsprechende Expedition durch.

Im August 2009 nahm der neuseeländische Fernsehreporter David Farrier von TV3 News ebenfalls an einer solchen Expedition teil.

Hierzu führte er Interviews mit Einheimischen, die behaupteten, den Mongolischen Todeswurm gesehen zu haben. Auf seiner Internetseite veröffentlichte er zudem die Erkenntnis, dass entsprechende Sichtungen in den 1950er-Jahren ihren Höhepunkt erreicht hätten. Letztlich führte aber auch dies zu keinerlei Ergebnis.

 

Film

Mittlerweile ist die Legende von Allghoi Khorkhoi sogar verfilmt worden. Am 8. Mai 2010 strahlte der US-amerikanische Sender Syfy einen 90-minütigen Fernsehfilm mit dem Titel „Mongolian Death Worm“ aus. Regisseur war Steven R. Monroe. Die Hauptrollen übernahmen Sean Patrick Flanery, Victoria Pratt und George Cheung.

 

Östliche Sandboa

Diese Schlangenart, welche aus als Wüsten-Sandboa oder unter ihrem lateinischen Namen Eryx miliaris bekannt ist, halten manche für das reale Vorbild von Olgoi-Khorkhoi.

Sie gilt als einer der typischen Bodenbewohner der Wüsten und Halbwüsten Zentralasiens, also des Lebensraumes, welcher auch jener mythischen Kreatur zugerechnet wird.

Im Gegensatz zu dem Tier aus der Legende ist diese Boa jedoch vollkommen ungiftig.In der Wüste Gobi in der Mongolei soll der Allghoi Khorkhoi, der Mongolische Todeswurm sein Unwesen treiben und schon viele Menschen auf dem Gewissen haben. Das Monster zählt zu den Kryptiden, seine Existenz konnte jedoch bis heute nicht bewiesen werden. Der Wurm soll 60 bis 150 Zentimeter lang sein und glatte leuchtend rote Haut haben, auf der in Gefahrensituationen Blasen entstehen.

 

Gelbe Farbe soll ihn anlocken

Der Mongolische Todeswurm wird von den einheimischen Nomaden, die in der Wüste leben, als ein Monster beschrieben, das in der Wüste nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche lebt und auf die Farbe Gelb reagieren soll. Wenn er an der Oberfläche auftaucht, bläht er sich vor seinen Opfern langsam auf und bildet kleine Blasen auf seiner roten Haut. Diese Blasen verspritzen ein Gift, das auf Menschen und Tiere sofort tödlich wirkt. Der Allghoi Khorkhoi soll anderen Berichten zufolge seine Opfer auch mit elektrischen Schlägen töten.

Laut einer Geschichte soll ein Junge einmal mit einer gelben Spielzeugkiste im Sand der Wüste Gobi gespielt haben. In die Kiste sei ein Wurm gekrochen und als der Junge ihn aus Versehen berührte, habe er sein Leben verloren. Die Eltern des Kindes nahmen die Verfolgung des Mongolischen Todeswurmes auf und wurden dabei getötet.

In den 1940er-Jahren war der Todeswurm der Inhalt einer Geschichte des russischen Science-Fiction-Autors Iwan Antonowitsch Jefremow. Als junger Erwachsener war er einst Paläontologe und bereiste sowohl die Mongolei als auch die Wüste Gobi. Nach seiner Darstellung handelt es sich bei dem Allghoi Khorkhoi um eine Erzählung, einen ernsten gemeinten Volksglauben der einheimischen Araten (Viehzüchter), der überall in der Wüste Gobi erzählt wird. Die Existenz des Wesens wird jedoch bis heute angezweifelt.

 

Ist das Klima für einen riesigen Wurm zu heiß und zu trocken?

Der Allghoi Khorkhoi dürfte wegen des heißen Klimas und der Trockenheit der Wüste Gobi nicht wirklich existieren. Zum Überleben würde er eine gewisse Menge Flüssigkeit benötigen, und da er diese nicht speichern könnte, wie andere Würmer auch, wäre er nach einer Weile ausgetrocknet. Basierend auf den Beschreibungen könnte es sich bei dem Mongolischen Todeswurm um eine Schlange handeln, ähnlich der australischen Wüstentodesotter.

Die Wüstentodesotter hat eine rote Gestalt und besitzt Gift, das beim Menschen zum Tod führen kann. Wissenschaftlich betrachtet könnte der Mongolische Todeswurm oder eine bisher unentdeckte Riesenschlange in Wüste Gobi nicht lange überleben. Bei dem Allghoi Khorkhoi handelt es sich eher um ein Fabelwesen, denn es fehlen Beweise für seine Existenz.

Die Wissenschaft hat bereits Nachforschungen in der Mongolei durchgeführt, aber bis zum heutigen Tag sind keine Spuren des angeblichen Todeswurms in der trockenen heißen Gobi-Wüste entdeckt worden. Da dieser Aberglaube vor allem bei den Nomaden sehr ausgeprägt ist, könnten sie mit ihren Beschreibungen übertrieben haben, um mysteriöse Todesfälle zu erklären. Die Gobi ist die sechstgrößte Wüste auf unseren Planeten und liegt in Zentralasien. Sie breitet sich wegen der Winde immer weiter aus und ist im Moment weniger als 100 Kilometer von der chinesischen Hauptstadt Peking entfernt.

Die Gesamtfläche der Wüste beläuft sich auf etwa 1,6 Millionen Quadratkilometer, die höchsten Erhebungen sind im Durchschnitt tausend Meter hoch. Im Sommer herrschen in der Wüste heiße Temperaturen und im Winter ist es dort eiskalt. So kann die Temperatur in der Winterzeit auf minus 65 Grad Celsius sinken und im Frühjahr und in den Sommermonaten wirbeln Sand- und Schneestürme über das Wüstengebiet. Bemerkenswert ist die große Anzahl der gefundenen Dinosauriereier, denn zu Lebzeiten der Dinosaurier herrschten hier gute Lebensbedingungen. Die Tierwelt ist mit Schneeleoparden, Wölfen, Dschiggetai (eine asiatische Eselart), Gerbil, Steppeniltis und Kropfgazelle sehr vielfältig.

Eine Expedition zur Erforschung der Legende des Mongolischen Todeswurmes dürfte keine neuen Erkenntnisse und Beweise ans Tageslicht bringen. Der Wurm ist und bleibt ein Fabelwesen oder eine unbekannte Schlangenart, die nur wenige Zentimeter unter dem Wüstenboden lebt. Wenn es tatsächlich Hinweise für seine Existenz gibt, dann gäbe es sicher schon Fotos und Videos vom unheimlichen Allghoi Khorkhoi.

 

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