Ayahuasca – psychedelisches Elixier mit intensiver Wirkung und Heilkraft

Indigene Völker schätzen die Wirkung von Ayahuasca schon seit vielen Generationen. In Südamerika sind die Anwendung und Nutzung der natürlichen Droge Ayahuasca eine sehr alte Tradition. Indigene und naturverbundene Völker verwenden die Substanz in spirituellen Zeremonien bereits seit vielen Jahrhunderten. Dort wird das Mittel in den unterschiedlichsten Altersgruppen zur Anwendung gebracht um spirituelle Erfahrungen zu erleben oder Beschwerden zu lindern.

 

Auch in unseren Breitengraden ein wachsendes Thema?

Langsam aber sicher wird dieses Ritual auch in der westlichen Gesellschaft wahrgenommen und findet Interessierte aus vielen Bereichen. Nicht nur Weltenbummler und Yoga-Maniacs, sondern auch Forscher und Wissenschaftler befassen sich zunehmend damit. Es gibt gut organisierte Reiseanbieter, die ihren Gästen dieses Erlebnis ermöglichen wollen aber auch unseriöse Dealer, die auf den schnellen Gewinn hoffen.

 

Das richtige Wissen ist unverzichtbar

Bei all der zunehmenden Popularität ist es essentiell sich mit der genauen Wirkungsweise und Zusammensetzung von Ayahuasca zu befassen. Die Auswirkungen auf Organe wie Gehirn oder Magen sind beachtlich und sollten vor einer Anwendung möglichst genau verstanden werden um keine böse Überraschung zu erleben. Wie bei allen bewusstseinsverändernden Substanzen ist im Umgang mit Ayahuasca Vorsicht und Rücksichtnahme geboten.

 

Zwei Komponenten ergänzen sich zum wirkungsvollen Mittel

Im Sud der Substanz namens Ayahuasca befinden sich Blätter des Kaffeestrauches Psychotriva viridis und Bestandteile der Liane Banisteriopsis caapi. Alleine für sich betrachtet hat keine der Pflanzen einen nennenswerten Effekt auf den Körper. Erst die Kombination beider Naturprodukte sorgt für einen psychedelischen Effekt auf Geist und Körper. Im Wesentlichen dafür verantwortlich ist der Wirkstoff DMT. Er ist ein naher Verwandter des körpereigenen Serotonins. Und Serotonin ist einer der Botenstoffe, die sich stark auf unser zentrales Nervensystem und damit die Stimmung in der wir uns befinden auswirkt. Auch Schlaf, Appetit Schmerz und das Sexualverhalten werden beispielsweise durch das Gewebshormon beeinflusst.

Die Naturheilkundler aus den Reihen der indigenen Völker haben sich die genaue Kenntnis der nötigen Zusammensetzung von Ayahuasca als Schamanen über viele Generationen angeeignet und bewahrt. Trotz den fehlenden wissenschaftlichen Kenntnissen haben sie die Wirkung auf uns Menschen schon vor langer Zeit entdeckt und für sich nutzbar gemacht.

Zubereitung von Ayahuasca in Ecuador

 

Normalerweise für den Körper nicht zu gebrauchen

Die Wirkungsweise von Ayahuasca ist interessant: Enzyme im Magen tragen normalerweise Sorge dafür, dass das DTM nicht wirken kann und an Ort und Stelle zersetzt wird. Durch die Bestandteile der Liane wird der Verdauungstrakt jedoch „ausgetrickst“. Der Botenstoff kann dadurch die Blut-Hirn-Schranke überwinden und seine Wirkung in unserem kompliziertesten Organ entfalten.

Ungefähr 30 Minuten nach dem Konsum des Tranks beginnt die Wirkung und hält dann bis zu fünf Stunden an. Im Gegensatz zu klassischen Trips durch LSD oder psychoaktive Pilze hat Ayahuasca jedoch eine deutlich anders geartete Wirkungsweise. Das macht die Substanz interessant für die Bewältigung von Traumata und medizinisch sinnvolle Anwendungsgebiete. Der Anwender fühlt sich klarer und offener. Das Anfluten negativer Emotionen oder Erleben von „Bad Trips“ scheint deutlich weniger ausgeprägt zu sein. Halluzinationen werden bewusster erlebt und insbesondere ein spirituelles Setting kann einen emotionalen Weiterentwicklungsprozess in Gang setzen.

Für volle Clubs mit lauter Musik und durchfeierte Nächte ist Ayahuasca also absolut nicht geeignet. Durch den sehr hohen Säuregehalt ist es nicht weiter ungewöhnlich, wenn Anwender sich nach dem „Genuss“ des Gebräus übergeben müssen. Wichtiges Wissen für Menschen mit empfindlichem Magen oder entsprechenden Vorerkrankungen.

Nach dem High kommt vielen Konsumenten ein intensiver Moment der Erkenntnis. Verschiedene Probleme werden mit positivem Abstand gesehen oder persönliche Schicksale und Schicksalsschläge als weniger bedrohlich oder aussichtslos empfunden. Eine neue Richtung für viele Sorgen und Probleme kann sich ihren Weg im Bewusstsein bahnen. Die eindrücklichen Empfindungen machen eine Mitnahme und Anwendung des Erlebten im täglichen Leben einfacher.

Regeln zur Vorbereitung auf ein Ayahuasca-Seminar (Auszug aus einer Email-Einladung)
Regeln zur Vorbereitung auf ein Ayahuasca-Seminar (Auszug aus einer Email-Einladung)

Auch die Wissenschaft fängt an sich dem Thema zu widmen

In entsprechend durchgeführten MRT-Aufnahmen des Gehirns konnte gezeigt werden, dass Ayahuasca die Aktivität im so genannten „Default Mode Network“ im Kopf und den interagierenden Hirnregionen begünstigen kann. Hier sind besonders hohe Aktivitäten in Bezug auf Soziophobie, Depressionen oder Angst belegt. Die Substanz kann dem Konsumenten also dabei helfen diese Regionen im Gehirn im Rahmen von Meditation direkt anzusteuern. Proteine, die für das Thema Neuroplastizität oder das eigene Erinnern zuständig sind können unter bestimmten Voraussetzungen vielleicht sogar ein Therapiemittel gegen Krebszellen sein. Hierzu steht eine umfassende Forschung jedoch noch aus.

Sehr wohl in wissenschaftlichen Studien erforscht ist hingegen die Tatsache, dass Ayahuasca dabei helfen kann von schweren Süchten loszukommen oder Depressionskranken Personen zu helfen. Traumatische Erfahrungen, die durch Angst, Missbrauch, Verlust oder schwierige Lebenssituationen ausgelöst wurden und sich verfestigt haben, können gezielt neu verarbeitet werden. Ayahuasca kann eine Möglichkeit sein „eingetretene“ Pfade im neuralen Netz im Gehirn neu festzulegen und in bessere Bahnen zu lenken. Dies ist auch das erklärte Ziel derjenigen, die das Potential von Ayahuasca richtig erkannt haben.

 

Es ist nicht alles Gold was glänzt

Aber der Trank hat sicher nicht nur positive Eigenschaften. Er ist nicht umsonst in vielen Teilen der Welt strikt verboten. Eine so gehypte „neue“ Droge wird schnell von unerfahrenen und neugierigen Konsumenten missbräuchlich und ohne Verstand angewendet. So sind tatsächlich einige ungeklärte Todesfälle in diesem Zusammenhang bekannt. Die Menge und der eventuelle Mischkonsum mit anderen Substanzen können ebenso ein Grund dafür sein, wie bestimmte Vorerkrankungen oder Unverträglichkeiten.

Ayahuasca wird normalerweise auch unter Anleitung und im Beisein eines ausgebildeten Schamanen verabreicht. Dieser kümmert sich gewissenhaft um die Zubereitung und bestimmt die richtige Menge für den Psychonauten. Da das Wissen dazu von Schamane zu Schamane ausgetauscht und überbracht wird gibt es genügend schwarze Schafe, die gefährliche Varianten des Suds nach eigenem Ermessen zusammenbrauen. Viele der Zutaten wachsen auch nicht an jeder Ecke und müssen naturfachkundlich ausgesucht werden. Wenn nun auch noch das schnelle Geld und das Abzocken von ahnungslosen Touristen mit ins Spiel kommen, wächst die Gefahr einer bedrohlichen Erfahrung mit Ayahuasca deutlich an.

 

Ein neuer „Trend“ oder ein viel versprechendes Medikament von Mutter Natur

Es ist noch nicht lange her, dass Ayahuasca das Interesse der breiten Öffentlichkeit geweckt hat. Dieser Prozess wird sicher noch andauern und er ist mit vielen Fragen versehen. Deshalb ist es wichtig, das wahre Potential der Substanz weiter zu erforschen und einem möglichst positiven Zweck zuzuführen. Insbesondere die heilsamen Aspekte sind für uns Menschen von großem Interesse.

Quellen: