Bessie – Das Ungeheuer vom Eriesee

| 11. Januar 2021 |

Laut Legenden, die im Nordosten der US-Bundesstaaten Ohio und Michigan kursieren, gibt es im Eriesee ein Seeungeheuer, welchem man den Namen Bessie gegeben hat. Hierüber hinaus ist es auch South Bay Bessie oder The Lake Erie Monster bekannt. Das erste Mal wurde Bessie bereits im Jahre 1793 gesichtet. Viele weitere Beobachtungen sollten folgen.

Bessie soll schlangenähnlich aussehen und eine Länge von 9,1 bis 12,2 Metern sowie einen Durchmesser von mindestens einem Fuß aufweisen. Außerdem soll die Kreatur von grauer Farbe sein.

 

Sichtungen

Während einer sich 1793 eieignenden Entenjagd nördlich von Sandusky im US-Bundesstaat Ohio beobachtete der Kapitän der Schaluppe “Felicity” eine große schlangenähnliche Kreatur mit mehr als 16,5 Fuß Länge.

Im Juli 1817 meldete die Besatzung eines Schoners eine 9,1 bis 12,2 Meter lange, dunkle Schlange.
Später innerhalb dieses Jahres beobachtete eine andere Schiffsbesatzung ein ähnliches Tier, diesmal kupferfarben und etwa 18 Meter lang. Sie schossen daraufhin mit Musketen auf das Ungeheuer, was jedoch keine sichtbare Wirkung zeigte.

Im selben Jahr ereignete sich noch ein dritter derartiger Vorfall. Nahe der südwestlich des Eriesees gelegenen Stadt Toledo im Bundesstaat Ohio erblickten die Gebrüder Dusseau am Strand ein riesiges sich windendes Monster. Die beiden französischen Siedler interpretierten diese Bewegungen als den Todeskampf des Tieres. Laut den Schilderungen der Brüder war es zwischen 6,1 und 9,1 Metern lang und geformt wie ein großer Stör, abgesehen von der Tatsache, dass diese Kreatur zusätzlich über Arme verfügte. Beide gerieten bei dem Anblick in Panik und flohen vom Schauplatz des Geschehens. Als sie später zurückkamen, war das Ungeheuer verschwunden. Man vermutete, es sei nach seinem Tod von den Wellen fortgetragen worden.

Eine besonders außergewöhnliche Beobachtung, über die von lokalen Zeitungen berichtet wurde, machte im Juli 1892 die Besatzung eines Schiffes, das von Buffalo (New York) nach Toledo (Ohio) fuhr. Die gesamte Mannschaft einschließlich des Kapitäns sah, wie sich eine große Fläche Wasser begann aufzuwühlen und anschließend etwa 0,80 Kilometer in die Höhe zu schäumen. Als sie näherkamen, erblickten die Männer eine riesige Seeschlange, die sich im Wasser wand, als kämpfe sie mit einem unsichtbaren Gegner. Im Anschluss entspannte sich das Tier jedoch wieder und breitete sich in seiner ganzen Länge aus. Seine Maße wurden infolgedessen auf 15 Meter Länge und 1,2 Meter Umfang geschätzt, wobei sich der Kopf weitere 1,2 Meter über dem Wasser erhob. Die Augen der bräunlichen Kreatur beschrieb man als bösartig funkelnd. Ebenso wurde von ihren großen Flossen berichtet.

Am Crystal Beach nahe Fort Erie in der kanadischen Provinz Ontario wurde das Ungeheuer am 5. Mai 1896 ein weiteres Mal gesehen. Vier Zeugen beobachteten eine Dreiviertelstunde lang wie ein 9,1 Meter langes Wesen mit hundeförmigem Kopf und spitzem Schwanz das Wasser aufwühlte, bis es schließlich vor Einbruch der Dunkelheit wieder verschwand.

Hierauf folgten einige Sichtungen der angeblichen Bessie in den Jahren 1969, 1980 und 1993. Der lokale Yachthafenbesitzer Thomas Solberg bot sogar eine Belohnung von 5.000 Dollar für jeden, dem es gelingt die Kreatur lebend zu fangen.

 

Erklärungsansätze

Gerade die Gegend um Sandusky herum galt im 19. Jahrhundert als eine der Hochburgen der US-amerikanischen Kaviarproduktion. Folglich lebten dort viele Störe. Solche Fische können eine Länge von über drei Metern erreichen. Hinzu kommt noch, dass man sie aufgrund ihres Aussehens bei ungenauer Betrachtung mit Reptilien verwechseln kann. Deshalb glauben manche, bei dem vermeintlichen Ungeheuer könnte es sich um einen besonders großen Vertreter dieser Gattung gehandelt haben. Gestützt wird diese These auch von der Tatsache, dass schon die Brüder Dusseau ihrer Erscheinung im Jahre 1817 Ähnlichkeit mit einem Stör nachgesagt haben.

 

Adaptionen

Lemmy (Lake Erie Monster), eine Holz- und Plastikskulptur von Bessie, die von Len Tieman geschaffen wurde, befand sich seit 1994 nahe der Stadt Huron im Huron River nördlich der Ohio Route 2. Fuhr man über die nahegelegene Brücke, konnte man sie von dort aus sehen. Später wurde das Werk jedoch beschädigt, worauf man es entfernte.

Der Name des US-amerikanischen Eishockeyteams Cleveland Monsters, das zu den Columbus Blue Jackets gehört, spielt ebenfalls auf Bessie an.

 

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