Cadborosaurus – Seeschlange aus Nordamerika

| 11. Januar 2021 |

Bei diesem Wesen, welches auch unter seinem Spitznahmen Caddy bekannt ist, handelt es sich um eine Seeschlange, die an der Pazifikküste Nordamerikas beheimatet sein soll. Der erste Teil seines Namens leitet sich von der Cadboro Bay nahe der kanadischen Stadt Victoria ab, welche die Hauptstadt des Bundesstaats British Columbia ist. Der zweite Teil ist griechischen Ursprungs. „Saurus“ bedeutet so viel wie Echse oder Reptil.

 

Beschreibung

Laut Augenzeugenberichten ähnelt Cadborosaurus einer Schlange mit langem Hals und senkrechten Höckern hinter dem pferdeartigen Kopf. Außerdem soll die Kreatur über ein Paar kleiner Vorderflossen und ein Paar Hinterflossen verfügen, die zu einem großen, fächerartigen Schwanzbereich verschmolzen sind. So wird ein kraftvoller Vortrieb gewährleistet.
Dr. Paul LeBlond, Erd- und Ozeanwissenschaftler an der „University of British Columbia“ (UBC) und Dr. Edward Blousfield, emeritierter Chefzoologe des „Canadian Museum of Nature“, erklärten, dass praktisch jedes Tier mit langgestrecktem Körper als realexistierendes Vorbild für Caddy vorgeschlagen worden sei. Zu diesen Spezies zählen Aale aus der Gattung Conger, Buckelwale, Seeelefanten, Schleifen- oder Rutenfische, Riesenhaie und Seelöwen. Laut LeBlond und Blousfield gibt es jedoch keine bekannte Kreatur, die mit den Merkmalen von über 200 Sichtungen des vermeintlichen Cadborosaurus, welche aus über einem Jahrhundert zusammengetragen wurden, übereinstimmt.
Der Paläontologe Dr. Darren Naish behauptet hingegen, dass LeBlond und Blousfield schlechte Wissenschaft betrieben und deshalb fälschlicherweise angenommen hätten, dass unterschiedliche, widersprüchliche Augenzeugenberichte alle Beschreibungen derselben Spezies seien.
Auch wurde der Vorschlag unterbreitet, dass Caddy ein Beispiel für den sogenannten „König der Heringe“ ,Regalecus glesne, sein könnte. Hierbei handelt es sich um einen Angehörigen der Familie der Riemenfische (Regalecidae). Diese Art kann bis zu 17 Meter lang und 300 Kilogramm schwer werden. Ihr Körper ist länglich und silbrig. Während er durch das Wasser schwimmt, erzeugt dieser Fisch Wellen wie eine Schlange.

Sichtungen

Während der letzten 200 Jahre gab es mehr als 300 Fälle, in denen Menschen behaupteten, Caddy gesehen zu haben.

Kelly-Nash-Video

Im Jahr 2009 soll die Fischerin Kelly Nash sogar mehrere Minuten Filmmaterial mit zehn bis fünfzehn entsprechenden Kreaturen in der Nushagak Bay im Südwesten des US-Bundesstaats Alaska aufgenommen haben. 2011 wurde ein kurzer Ausschnitt in der Fernsehsendung „Hilstranded“ gezeigt, wobei die Hilstrand-Brüder Nashs Material auswerteten und erfolglos versuchten, eines der Tiere zu finden.

Lebende Tiere, die man für Caddy hielt

Seelöwe

1943 sahen die zwei Polizeibeamten Robert Owens und Jack Russell eine „riesige Seeschlange mit einem pferdeartigen Kopf“ in der Georgia Strait im Bundesstaat British Columbia. Einige Zeit später und mit einem Fernglas sah Russell jedoch, dass die seltsame Erscheinung ein riesiger Seelöwenbulle war, der eine Herde von sechs weiteren Tieren anführte. Die Wellenbewegungen, welche sie während des Schwimmens auslösten, schienen einen zusammenhängenden Körper zu bilden, dessen Teile sich in bestimmten Abständen zeigten, während die Seelöwen auf- und abtauchten. Für das bloße Auge wirkte dieser Anblick wie ein typisches Seeungeheuer.

Tote Tiere, die man für Caddy hielt

1930: Am 10. November wurde auf der Glacier Island bei Valdez ein Skelett im Eis gefunden. Es war 24 Fuß lang und besaß Flossen. Einige der Überreste werden in Córdoba für wissenschaftliche Studien aufbewahrt. Mittlerweile nimmt man jedoch an, dass es sich um einen Wal handelt.

1934: Im November fand man auf Henry Island in der Nähe von Prince Rupert stark verfaulte Überreste von etwa 30 Fuß Länge. Dr. Neal Carter untersuchte den Fund. Später identifizierte man die Kreatur aber als Riesenhai.

1937: Im Oktober wurde im Hafen von Naden ein angebliches Cadborosaurus-Skelett aus dem Bauch eines Pottwals geborgen und fotografiert. Eine Probe dieser Überreste schickte man an das Royal British Columbia Museum, wo das Tier von Museumsdirektor Francis Kermode als fetaler Bartenwal identifiziert wurde.

1941: In diesem Jahr wurde am Strand von Kitsilano eine Leiche gefunden, welcher man den Namen “ Sarah, das Meerweib“ gab. W. A. Clemens und Ian McTaggart-Cowan identifizierten die Leiche jedoch später als die Überreste eines Hais.

1947: Im Dezember wurde auf Vancouver Island eine 45 Fuß große Kreatur gefunden. Auch hierbei handelte es sich um einen Hai.

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