Der Jersey Devil und die 13. Geburt der Mrs. Leeds

| 11. Januar 2021 |

Der Teufel aus New Jersey stammt aus Pine Barrens, einer waldreichen Gegend im Süden des amerikanischen Bundesstaates. Unterwegs ist er dort auf seinen beiden Hufen. Mit kurzen Armen, Flügeln und einem langen Hals soll er manchen Überlieferungen nach sogar rot glühende Augen, Hörner und ein langes Fell besitzen. Noch furchteinflößender sollen jedoch seine unheimlichen, hohen Schreie sein.

 

1735 – die Geburt des Teufels

Eine Mrs. Leeds aus Pine Barrens soll seinerzeit ihre Schwangerschaft verflucht haben: “Oh, lass es ein Teufel werden!”. Man muss dazu sagen, dass Mrs. Leeds bereits 12 Geburten hinter sich hatte und nun – im Trubel mit 12 kleinen Kindern – die 13. Geburt bevorstand. Zu den dann folgenden Ereignissen gehen die allerdings Berichte auseinander. Tatsache ist, dass in einer stürmischen Nacht des Jahres 1735 die Wehen einsetzten. Viele helfende Hände waren dabei, als Mrs. Leeds einen kerngesunden Jungen zur Welt brachte. Das zunächst normale Kind soll dann zum Teufel mutiert sein – mit Hufen, einem Ziegenkopf, Fledermausflügeln und einem geteilten Schwanz. Knurrend und schreiend schlug der Jersey Teufel mit dem Schwanz in die Runde, bevor er durch den Kamin flog und in Richtung der Wälder verschwand.

 

Wer war Mrs Leeds?

Es scheint, dass der Jersey Teufel schon immer mit der Familie Leeds verbunden war, denn vielerorts wurde er anfangs als Leeds Teufel oder Teufel der Leeds bezeichnet. Möglich ist auch, dass sich der Name aus der kleinen, nahe gelegenen Gemeinde “Leeds Point” ableitet. Die Identität der Mrs. Leeds scheint hingegen gesichert: Es handelte sich um Deborah Leeds, die mit ihrem Eheman Japhet Leeds zwölf Kinder hatte. Rekonstruieren lässt sich das aus seinem im Jahre 1736 aufgesetzten Testament. Das Ehepaar lebte übrigens in Leeds Point – einer Gegend, die fast untrennbar mit dem Jersey Devil verbunden scheint. Ein Historiker, Brian Regal, zweifelt die Geschichte allerdings an. Seiner Ansicht nach entstand der Name des “Jersey Devil” durch politische Rivalitäten zwischen Benjamin Franklin und seinem Gegner Daniel Leeds. Daniel Leeds kaufte Land in den Pine Barrens, das er seinen Söhnen vererbte. Anderen Berichten nach wurde Mrs. Leeds bestraft, weil sie nicht zum Quäkertum übertreten wollte.

 

Daniel Leeds – der Vorfahr des Satans?

Daniel Leeds gehörte als Quäker der christlich-religiösen Vereinigung an – zumindest anfangs. Die gerieten immer wieder durch ihre Veröffentlichungen – auch mit seinerzeit verpönten astrologischen Symbolen – in Verruf. Daniel Leeds soll sich sehr tief in die christlich-mystische, okkultische und dämonologische Literatur gegraben haben. Natur-Magie und die Engelskunde faszinierten ihn. Der Streit mit den örtlichen Quäkern veranlasste Daniels Leeds schließlich zur Konvertierung zum Anglizismus, der “Kirche von England”. Seine Bücher wurden populär und machten schließlich denen von Benjamin Franklin Konkurrenz. Sein Sohn, Titan Leeds, schmückte schließlich die Buchumschläge mit einem Familienwappen: einem Drachen, wie aus den Sagengeschichten. Er hatte Fledermausflügel und stand auf zwei gehuften Füßen. Spätestens Ende des 18. Jahrhunderts soll der “Leeds Devil” bereits eine legendäre Gruselgeschichte der Gegend gewesen sein.

 

Der Teufel von Leeds tritt in Erscheinung

Im Jahre 1887 erscheint ein Artikel in der Zeitung – mit einer genauen Beschreibung des gesichteten Teufels:

Als er näher kam, hat es einen überirdischen Schrei ausgestoßen, der die Hunde in Alarm versetzte. Dann hat es jeden der Hunde mit dem Schwanz geschlagen. “Das Ding”, so der berichtende Oberst, “ist kein Vogel oder Tier, sondern es ist der Leeds Teufel aus der Überlieferung”. Und geboren wurde er in Evasham, Burlington County – vor über 100 Jahren. Die Geschichte ist wahr. Ich sah die Horrorgestalt zwar nie selbst, aber ich erinnere mich gut daran, als es vor 50 Jahren in den Evasham Wäldern unterwegs war. Damals wurde es von Männern und Hunden gejagt und die besten Schützen haben darauf geschossen – aber niemand konnte es je töten. In Burlington und Umgebung gibt es keine einzige Familie, die den Leeds Devil nicht kennt. Wenn Kinder erschreckt werden sollten, kam bei uns der “Schwarze Mann”, nicht der Teufel von Leeds – so der Bericht des Obersts.

 

Der Teufel und die Prominenz

Beweise für den Jersey Teufel konnten bisher keine gefunden werden. Selbst eine Belohnung von 10.000 Dollar, die der Philadelphia Zoo ausgesetzt hat, blieb soweit ohne Erfolg. Allerdings reißen die Sichtungen nicht ab. Unter den Augenzeugen befinden sich durchaus prominente Zeitgenossen, wie Stephen Decatur  und Joseph Bonaparte. Im Januar 1909 soll der Teufel gleich vor einer ganzen Gruppe in Erscheinung getreten sein. Damals fand man hufförmige Abdrücke im Schnee und die örtliche Feuerwehr soll ihn mit dem Wasserschlauch beschossen haben. Die Sichtung ging durch die Presse, zahlreiche Geeschäfte und Schulen blieben geschlossen. Über die Jahre hinweg, soll der Teufel immer wieder aufgetreten sein. Auch tote Tiere sollen auf seine Rechnung gehen. Von verletzten Menschen gibt es hingegen keine Berichte. Wer noch mehr über den Jersey Devil lesen möchte, findet im Band 2066 der Roman-Reihe “Geisterjäger John Sinclair” eine spannende Geschichte zu den Legenden.

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