Die Bestie von Bodmin Moor

| 11. Januar 2021 |

Bei diesem Wesen, welches auch als Bestie von Bodmin bekannt ist, soll es sich um eine Phantomkatze handeln, die in der Grafschaft Cornwall im äußersten Südwesten Englands lebt. Ab dem Jahr 1978 wurde die rund 200 Quadratkilometer große Hochmoorlandschaft Bodmin Moor im Nordosten der Grafschaft zu einem Zentrum angeblicher Sichtungen der Bestie. Hinzu kamen noch gelegentliche Berichte über verstümmelte Tiere. Die entsprechenden Erscheinungen wurden als schwarze Großkatzen, welche Panthern oder Leoparden ähnlich sahen, beschrieben.

Im Allgemeinen lehnt die Wissenschaft solche Behauptungen jedoch ab. Zum einen könne es dort nicht genug Exemplare zur Erhaltung einer Brutpopulation geben. Außerdem würden sich schwerwiegende Probleme bezüglich des Klimas und der Ernährung ergeben, welche das Überleben solcher Tiere in den entsprechenden Gebieten höchst unwahrscheinlich machten.

 

Erklärungsansätze

Einer langgehegten Hypothese folgend könnten fremde Großkatzen, die sich innerhalb des Vereinigten Königreichs auf freiem Fuß befinden, als Teil von Privatsammlungen oder Zoos importiert worden sein. Später sind sie entweder selbstständig entkommen oder wurden absichtlich freigelassen. Geht man von der ersten Möglichkeit aus, scheint es durchaus logisch, dass eine entlaufene Großkatze den Behörden verschwiegen werden würde, da die Einfuhr und der Besitz solcher Tiere illegal sind.

Aber auch die zweite Möglichkeit ist nicht allzu abwegig. Laut einem Gerücht hat die Tiertrainerin Mary Chipperfield nach der Schließung ihres Zoos in Plymouth im Jahre 1978 drei Pumas freigelassen. Die Stadt Plymouth liegt in der südwestenglischen Grafschaft Devon, direkt an der Grenze zu Cornwall.

 

Untersuchungen

Das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung führte 1995 eine offizielle Untersuchung durch, die von den Ermittlern Simon Baker und Charles Wilson geleitet wurde. Eine entsprechende Studie kam am 19. Juli 1995 zu dem Ergebnis, dass es keine nachweisbaren Beweise für exotische Katzen in Großbritannien gäbe und dass die zerrissenen Nutztiere von einheimischen Arten angegriffen worden sein könnten. Außerdem stellte man fest, dass keinerlei Beweise für das Vorhandensein irgendeiner Großkatze gefunden werden konnten. Folglich gebe es auch keine von solchen Tieren ausgehende Bedrohung für das Vieh im Bodmin Moor.

 

Der Schädelfund

Fünf Tage nach der Veröffentlichung des offiziellen Berichts, am 24. Juli 1995, ging ein Junge gerade am Fluss Fowey entlang, als er einen großen Katzenschädel fand. Dieser wies eine Länge von etwa 10 Zentimetern und zirka 18 Zentimeter Breite auf. Zwar fehlte ihm der Unterkiefer, jedoch besaß er drei scharfe, vorstehende Eckzähne, die vermuten ließen, dass es sich um den Schädel eines Leoparden handelte. In der nationalen Presse sorgte dieser Fund für einige Furore.

Man schickte den Schädel zur Überprüfung an das Naturhistorische Museum in London. Dort stellte ein Team von Entomologen und Zoologen fest, dass es sich tatsächlich um den Schädel eines jungen Leopardenmännchens handelte. Gleichzeitig fand man jedoch heraus, dass diese Großkatze nicht im Vereinigten Königreich gestorben war. Ihr Schädel wurde wohl als Teil eines Leopardenfellteppichs importiert. Wie es notwendig ist, um ihn auf einem solchen Teppich zu befestigen, hatte man die Rückseite des Schädels sauber abgeschnitten. In seinem Inneren befand sich ein Eierkasten, der von einer tropischen Kakerlake dort abgelegt worden war, die in Großbritannien nicht vorkommt. Überdies fanden sich auch Spuren von Schnittwunden, die darauf hindeuteten, dass man das Fleisch mit einem Messer abgeschabt hatte und dass der Schädel erst nach einem kurzen Eintauchen in Wasser anfing sich zu zersetzen.

Zwei Jahre später, im Dezember 1997, wurde eine weitere Untersuchung durchgeführt. Hierzu analysierte man Bissspuren an Nutztieren, Kot und neuere Fotografien, von denen eine nahe St. Austell in Cornwall, aufgenommen worden war und offenbar ein erwachsenes, schwangeres Jaguarweibchen zeigte.

 

Die Bestie von Exmoor

Auch aus dem sich im Norden der Grafschaft Devon, welche in direkter Nachbarschaft zu Cornwall liegt, befindlichen Exmoor gibt es Berichte über Phantomkatzen.

Entsprechende Sichtungen wurden erstmals in den 1970er-Jahren bekannt. 1983 erreichte das Ganze schließlich seinen Höhepunkt, als ein Bauer aus South Molton behauptete, ihm seien innerhalb von drei Monaten über 100 Schafe getötet worden.

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