Die unglaublichen Marozi – gefleckte Löwen aus Kenia

| 11. Januar 2021 |

Die Marozi teilen das Schicksal vieler Legenden und Sagen: ihre Existenz ist nicht wissenschaftlich bewiesen. Daher gelten sie als Fabelwesen und Fantasiegebilde – obwohl zahlreiche Belege und Augenzeugen von ihrer Existenz berichten. Teilweise sogar seit vielen Jahrhunderten. Auch einige Zoologen räumen den Marozi – den gepunkteten Löwen – allerdings eine reale Chance ein und vermuten, dass es sich um Verwandte der Raubktzen handelt.

 

Löwen mit geflecktem Fell

Löwen tragen – ob weiblich oder männlich – ein wenig spektakuläres Fell. Es ist sandig, wie die Savanne oder es ist hell bis gelblich. Ihre katzenartigen Artgenossen wie Leopard oder Tiger haben durchweg interessantere Tarnzeichnungen vorzuweisen. Das Fell des Panthers glänzt nur so vor pechschwarzer Schönheit. Wo sind nun die Marozi einzuordnen – der Löwe mit den Punkten.

 

Zu zweit auf Patroullie

Marozi sollen wie kleine Löwen ausschauen und in ihrer Zeichnung entfernt den Leoparden ähneln. Kleiner als Löwen, aber ein wenig größer als ein Leopard sollen sie sein. Eine Mähne haben sie nicht. Mit ihrer Fleckenzeichnung unterscheiden sie sich von allen bekannten Arten. Die Marozi-Flecken sollen in schrägen, vertikalen Linien angeordnet sein – wie bei keiner anderen Katze. Auffällig ist, dass sie nur als Pärchen unterwegs sein sollen. Auch das ist für Löwen und Leoparden – denen sie am ähnlichsten sehen – ausgesprochen ungewöhnlich. Diese jagen lieber alleine und auch der Familiensinn der männlichen Tiere ist wenig ausgeprägt. Der Marozi wird gelegentlich gejagt und es soll tatsächlich eine Felldecke gesichert worden sein. Michael Trent will im Jahr 1931 einen Marozi erlegt haben. Bisher wurden noch keine Ergebnisse aus der Analyse der Marozi-Haut veröffentlicht.

 

Ständig im Visier

Kann es sein, dass die Marozi auf sanften Pfoten tagein und tagaus durch Afrika schleichen, aber noch immer als „unbkannte“ Tierart gelten? Bereits seit 1904 werden sie gesichtet. Für Afrikaner sind sie ein gewohntes Bild und nur gelegentlich wundern sich Europäer über die seltsam gepunkteten Löwen. Als Michael Trent auf 3.000 Metern Höhe in den Aberdare Mountains zwei Exemplare schoss, galten sie zunächst als ausgewachsene aber klein geratene Löwen – bis das Nairobi Wild Department die Felle genauer unter die Lupe. Die gegerbten Häute der Marozi stammten, so die Experten, von heranwachsenden Löwen und hatten deutliche Zeichnungen, die allerdings nur für Löwenbabys typisch sind. Eine verwirrende Angelegenheit, die der kenianische Landwirt Michael Trent da auf den Tisch brachte.

 

Kein Jagdglück in großer Höhe

Kurz darauf, im Jahre 1906 leitet Kenneth Gandar-Dower eine Expedition in dieselbe Region. Er wollte weitere Marozi erlegen. Zurück kam er allerdings ohne Felle. Lediglich einige Spuren hatte man gefunden – ebenfalls auf 3.000 bis 3.800 Metern Höhe. Die vielversprechende Spur stammte allerdings von einer Gruppe Jäger, die dort Buffalos gejagt hatte. Dower stellte jedoch klar, dass die Einheimischen die Marozi als eigenständige Rasse betrachten. Für Löwen und Leoparden verwenden sie andere Namen. Auch die Marozi sind unter verschiedenen Namen bekannt und werden je nach Region als „ntararago“ in Uganda, „abasambo“ in Äthiopien und „ikimizi“ in Ruanda bezeichnet.

 

Panthera – die Hybridenkatzen

Möglicherweise sind die Marozi eine seltene Art der Hybriden. Paaren sich Tiger, Löwe, Jaguar oder Leopard, spricht man von einer Großkatzenhybride. Die Mischlinge, wie etwa der Panthera Leo (Panther – Löwe) oder der Panthera Tigris (Panther – Tiger) fallen oft etwas kleiner als die Eltern und gelegentlich können sie selbst keine Nachkommen zeugen.

 

Der fehlende Beweis

Immer wieder wird von Sichtungen der Marozi berichtet – unabhängig von den Beobachtungen der afrikanischen Bevölkerung. Gleich vier Marozi sah Captain R. E. Dent in den Aberdare Mountains, als er dort Wildhüter war. Auch G. Hamilton-Snowball sah auf 3.500 Metern ein Paar der mysteriöschen Marozi-Katzen. Im zweiten Weltkrieg wurden die Berichte als romantische Wildnismärchen abgetan. Nichtsdestotrotz befand der Zoologe Charles Albert Walter Guggisberg in 1963, das bis dato niemand einen Beweis für die Existenz der Marozi erbracht hätte. Und somit gibt es sie nicht.

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