Elefantenähnlicher Zyklops – wer ist der Mokele-Mbembe?

| 28. Februar 2016 |

In den Urwäldern des Kongo soll ein mythisches Wesen leben, das ein wenig an einen Dinosaurier erinnert. Saurier hin oder her – das große Wesen hat bei den einheimischen Pygmäen einen eindeutigen Ruf, denn sein Name Mokele Mbembe bedeutet “Der den Lauf des Flusses stoppt”. Allerdings soll er gelegentlich auch die Fischer in leichten Kanus angreifen.

Zahlreiche Wissenschaftler und Journalisten versuchten bereits dem Dinosaurier auf die Schliche zu kommen, doch bis heute konnte Mokele-mbembe nicht entdeckt werden.

 

Flusstopper im Elefantenformat

Der rund um den Tele-See im Kongobecken ansässige Pygmäenstamm beschreibt den Mokele Mbembe als elefantengroß. Manche Berichte beschreiben ihn als noch größer. Immer hat er jedoch vier Füße, deren Abdrücke denen der Flusspferde mit ihren drei Klauen ähneln. Der Mokele Mbembe hat einen langen Hals mit etwa dreißig Zentimeter Durchmesser. Sein Kopf ist unverhältnismäßig klein. Die männlichen Ungeheuer sollen zudem ein Horn tragen und einen langen Schwanz besitzen. Seine Haut sei braun-grau, manchmal will man aber auch eine rot-braune Variante des Sauriers gesehen haben. Insgesamt erinnert die Beschreibung einige Wissenschaftler an einen Sauropoden. Zwischen 1920 bis 1935 gab es gleich mehrere Sichtungen unterschiedlicher Augenzeugen. Sie alle beschreiben eine Kreatur mit stämmigen Beinen, einem massigen Körper und einem langen, fast schlangenähnlichen Hals.

 

Pflanzenfresser verteidigt seinen Garten

Der übergroße Mokele Mbembe scheint im Prinzip ein friedlicher Zeitgenosse zu sein, der sich ausschließlich von Pflanzen ernähren soll. Wer allerdings in sein Gebiet eindringt, muss mit einem Angriff rechnen. Der Mokele Mbembe setzt die Eindringlinge erfolgreich außer Gefecht. Doch gefressen werden sie nie.

 

Missionar findet Fußabdrücke

Der französische Missionar Abbe Lievin Bonaventura Proyart beschreibt in seinem 1776 erschienen Buch das fremdartige Wesen, dessen Fußabdrücke einen Umfang von einem Meter hatten. Als der deutsche Ludwig Freiherr von Stein zu Lausnitz als erster Ausländer das Flussgebiet Likouala-aux-Herbes erkundete, sammelte er sämtliche Berichte über den Mokele Mbembe, die er finden konnte. Zusammen mit den Pygmäen begutachtete er Pfade, die der Mokele selbst in den Dschungel gezogen haben soll.

 

 

Expedition zum Mokule Mbembe

Die Berichte über die Gestalt, die übergroß, massig und äußerst langhalsig sein soll, häufen sich in den folgenden Jahrhunderten. In 1980 unternahm man schließlich zwei Expedition in den Kongo, um den Mokule endgültig dingfest zu machen. Geführt von den Naturwissenschaftlern und Kryptozoologen Roy P. Mackal, James Powell, Richard Greenwell und Justin Wilkinson sollte das Unternehmen die zweihundert Jahre alten Berichte zum Mokele Mbembe untersuchen. Das Team trug alles zusammen, was an Augenzeugenberichten, Mythen und Legenden je veröffentlicht wurde. Schnell zeichnete sich ab, dass sich sämtliche Berichte stark ähneln – sowohl in der Erscheinung der Kreatur als auch in ihrem Auftreten. Weitere Expeditionen sollten folgen, allerdings ohne einen wirklichen Erfolg. Filmaufnahmen waren falsch belichtet oder qualitativ so schlecht, dass kaum etwas zu erkennen war.

 

Rätselraten um das Monster

Ein einzelner Überlebender aus der Eiszeit wäre längst ausgestorben. Die Wissenschaftler gehen von einer Gruppe aus. Sicherlich können sich Priester, Touristen und andere Abenteuer irren und beispielsweise eine große afrikanische Weichschildrköte mit einem Monster verwechseln. Den Einheimischen passiert so etwas jedoch kaum. Und es sind ihre Erzählungen und Überlieferungen, die von dem großen elefantenähnlichen Tier mit dem langen Hals berichten. Kryptozoologen schließen nicht aus, dass es sich um einen Sauropoden handeln könnte. Denn die haben mit dem Mokele Mbembe gleich mehrere körperliche Attribute gemein: langer Hals, langer Schwanz, kleiner Kopf und stämmige Beine. Doch um genaueres zu erfahren, muss zunächst ein Exemplar des Mokele Mbembe sichergestellt werden. Zumindest könnten ein Skelett, Kadaver oder Knochen Hinweise liefern, um welche Tierart – oder Dinosaurierart – es sich beim Mokele Mbembe handelt.

 

Mokele-membe ein Adaptosaurus oder Diplodocus?

Nach den Beschreibungen der Eingeborenen zu urteilen könnte es sich bei Mokele-mbembe um einen überlebenden Dinosaurier der Art Adaptosaurus oder Diplodocus handeln. Wie Geschichten der Kongolesen berichten, soll das riesige Urwesen sogar Kanus angreifen und die Menschen darin töten, doch nicht verspeisen. Auf seinem Speiseplan sollen neben Pflanzen mitunter Nilpferde stehen, weil diese rund um den Bangweulsee von ihm angegriffen und gefressen wurden.

Die Beweislage über die reale Existenz des mysteriösen Urzeitwesens Mokele-mbembe ist bis heute sehr dünn. Gefunden wurden bisher Fußabdrucke unbekannter Herkunft und es wurden schreckliche urzeitliche Schreie aufgezeichnet. Von dem Dinosaurier gibt es fotografische und filmische Aufnahmen, die allesamt unscharf sind. Der Legende nach soll das Ungeheuer eine Mischung aus einem Elefanten und Drachen sein. Der Gründer des Hamburger Zoos, Carl Hagenbeck, startete sogar eine Expedition in den Kongo um das Geheimnis des Urzeitwesens zu lösen, welches seiner Meinung nach ein Brontosaurus (Adaptosaurus) war. Seine Expedition schlug jedoch fehl, er gelangte wegen Problemen nicht in die Region.

Bei Mokele-mbembe soll es sich um einen Pflanzenfresser handeln, der nur bisweilen mal dass eine oder andere Nilpferd verspeist. Wie auch Hagenbecks Expedition erreichte auch ein Forscherteam des Smithsonian Institute, welches 1919 in den Kongo entsendet wurde, sein Ziel nicht. Im Jahr 1966 nahm der Fotograf Yvan Riedel geheimnisvolle Fußabdrücke mit drei Zehen auf, die nach dem damaligen Forschungsstand von einem Nashorn stammen sollen, doch Nashörner leben nicht in der Kongo-Region. Zur Tötung eines Mokele-mbembe soll es dem Missionar Eugene Thomas zufolge im Jahr 1959 gekommen sein, als Eingeborene am Lac Tele auf ein riesiges Ungeheuer stießen. Einige Einheimische sehen in Mokele-mbembe eher einen Geist als ein reales Urzeitwesen.

 

Unerforschte Region Zentralafrika

Der undurchdringliche Dschungel Zentralafrikas ist trotz zahlreicher Expeditionen von Forschern, Filmteams und Journalisten noch zum Großteil unerforscht. Die Existenz des Mokele-mbembe könnte in Zukunft bewiesen werden, sollte die Zerstörung der Wälder weiter voranschreiten und zum Beispiel eine Holzfällermannschaft einem gigantischen Tier ähnlich einem Dinosaurer begegnen. Die afrikanische Republik Kongo kennt auch die Legende einer Riesenspinne, die in der Nähe des Kygo-Sees (heutiges Uganda) leben und drei Träger einer Expedition (1883 bis 1889) von Reverend Arthur Symes getötet haben soll. Über diese Riesenspinne haben wir bereits berichtet.

Wie bei der Riesenspinne fehlt zu Mokele-mbembe heute jeder Beweis seiner realen Existenz und bis es soweit ist, dürfte es noch Jahrzehnte dauern. Unsere moderne Technik könnte helfen den angeblichen Dinosaurier aufzuspüren. Er könnte tief im Dschungel in einer Höhle oder auf einem Hochplateau leben, doch wir wissen es nicht. Das Rätsel müssen Forscher lösen und beantworten.