Edmund Kemper – einer der berühmt-berüchtigtsten, amerikanischen Serienmörder

| 11. Januar 2021 |

Edmund Kemper, kurz Ed Kemper genannt, ist besser bekannt als Co-Ed-Killer. Er ist einer der berühmt-berüchtigtsten Serienmörder der USA. Bekannt geworden ist er unter anderem auch, weil er mehrfach mit Profilern des FBI über seine Morde und seine Beweggründe gesprochen hat. Ed Kemper hat insgesamt 10 Menschen umgebracht.

Die Mordserie endete mit der Erfüllung einer Fantasie, die er schon in sehr jungen Jahren hatte: Edmund Kemper tötete seine Mutter und eine ihrer Freundinnen. Kurze Zeit später stellte er sich der Polizei. Bis heute sitzt Ed Kemper seine Strafe im Gefängnis ab.

 

Schwierige und auffällige Kindheit

Edmund Kemper wurde am 18. Dezember 1948 in Burbanks im US-Bundesstaat Kalifornien geboren. Die Kindheit von Edmund Kemper war schwierig, sein Verhalten auffällig. Sie endete mit den ersten beiden Morden. Für diese wurde Ed Kemper verurteilt und saß seine Strafe ab. Doch wie war es soweit gekommen?

Bereits in jungen Jahren zeigte Edmund Kemper seine psychopathische Seite. Er tötete die Familienkatzen und entfernte die Köpfe und die Händen der Puppen seiner Schwestern. Natürlich war seine Mutter aufgrund dieses Verhaltens beunruhigt. Sie hatte Angst, Ed würde auch seinen Schwestern Gewalt antun. Sie suchte sich aber nicht Hilfe, sondern sperrte ihn oft im Schrank ein.

Während Edmund Kemper sehr an seinem Vater hing, war die Beziehung zu seiner Mutter sehr schwierig. Nach der Scheidung verfiel sie mehr und mehr dem Alkohol. Edmund Kemper beschrieb sie später als neurotisch und dominant. Sie soll ihn immer wieder gehänselt, erniedrigt und verbal missbraucht haben. Die Streitereien mit der Mutter nahmen in der Jugend mehr und mehr zu. Schließlich nahmen ihm seine Großeltern auf. Dort lernte er den Umgang mit Waffen. Seine Großeltern sollten bitter dafür büßen.

Zuerst ging das neue Arrangement gut. Doch dann fanden die Großeltern heraus, dass Edmund Kemper mehrere Wildtiere tötete. Als die Großmutter ihm mit Hausarrest drohte, geriet er mit ihr in Streit und erschoss sie. Das war 1964 und Edmund Kemper 15 Jahre alt. Die Leiche schleppte er ins Schlafzimmer und wartete auf seinen Großvater. Als dieser nach Hause kam, erschoss er auch ihn in der Einfahrt des Hauses.

Seinen Großvater wollte Ed Kemper nicht bestrafen. Er wollte ihm statt dessen den Anblick der toten Ehefrau ersparen und wollte nicht, dass der Großvater auf ihn wütend sei. Deshalb war es in Edmunds Augen die richtige Entscheidung, den Großvater zu erschießen. Anschließend rief er die Polizei und saß knapp fünf Jahre in einer Hochsicherheitsbesserungsanstalt.

 

Edmund Kemper der Serienmörder

Seine Mutter kämpfte dafür, dass Edmund Kemper wieder freikam. Sie erreichte ihr Ziel und Ed wurde mit 21 Jahren entlassen. Er schaffte es problemlos seine Mitmenschen zu manipulieren. Psychologische Tests bestand er ohne Probleme. Ed Kemper zog nach der Entlassung wieder zu seiner Mutter. Viele Menschen hatten den beiden davon abgeraten. Und sie behielten recht. Streitereien waren an der Tagesordnung.

Dennoch setzte sich die Mutter weiter für ihn ein. Sie wollte auch erreichen, dass die Vorstrafe von Edmund Kemper gelöscht werde. Dies gegen den Willen der Staatsanwaltschaft. Schließlich wurde die Akte über die Erschießung der Großeltern versiegelt.

Edmund zog wegen der vielen Streitereien mit der Mutter in eine eigene Wohnung, behielt aber stets Kontakt zu ihr und ging in ihren Haus ein und aus. Lange Zeit suchte Ed erfolglos nach einem Job. Ein Hindernis war seine Körpergröße: Edmund Kemper war mehr als zwei Meter groß. Auch bei der Highway Police bewarb er sich. Auch für diese Stelle war seine Größe der Grund, warum er abgelehnt wurde.

Da er bei der Polizei abgelehnt wurde, fing er an, die Nähe von Polizisten zu suchen. Er besuchte oft Bars, in denen diese verkehrten. Er schloss Freundschaft mit ihnen. Seinen Wagen baute er zu einem zivilen Einsatzfahrzeug um. Sogar ein Funkgerät hatte er.

Nach seiner späteren Verhaftung gestand er, dass er Anfang 1972 eine junge Frau umgebracht hatte. Ihre Leiche wurde nie gefunden und sie wurde nie identifiziert.

Im Mai 1972 begann die Mordserie von Edmund Kemper mit der Ermordung von zwei Studentinnen, in der Umgangssprache auch Co-Ed genannt. Daher stammt der Name Co-Ed-Killer. Bei diesen beiden jungen Frauen ging er gleich vor, wie bei den anderen Anhalterinnen, die er auch umbrachte. Junge Frauen, die ihm gefielen, nahm er mit und brachte sie dann um. Die Leichen brachte er ins Haus seiner Mutter. Dort misshandelte er die toten Körper, zerstückelte sie und brachte die einzelnen Körperteile dann weg. Bei allen Morden wollte Edmund eine Verbindung zu Mutter schaffen.

Seine Mutter habe es gemocht, wenn jemand zu ihr hochsah. Das war für ihn die Erklärung, warum er den Kopf eines Opfers unter dem Fenster des Schlafzimmer seiner Mutter vergrub. Bei seinen Opfern versuchte er stets eine Verbindung zur Mutter zu schaffen. Er brache die Leichen ins Haus der Mutter. Dort fand die Zerstückelung statt. Auch verging er sich dort an den toten Körpern. So vollzog er beispielsweise Oralsex mit abgetrennten Köpfen seiner Opfer.

Die ersten beiden Studentinnen wählte er aus, weil der dachte, sie würden zur Hippiebewegung zählen. Er erhoffte sich, dass dieses beiden jungen Frauen nicht so schnell vermisst worden wären.

Nach seiner Aussage machte Ed Kemper immer dann Jagd nach Opfern, wenn er mit seiner Mutter gestritten hatte und er ihrer Wut ausgesetzt gewesen war. Es war seine Art sich abzureagieren. Sicher ist, dass Edmund Kemper sechs Studentinnen umbrachte.

 

Die Verwirklichung eines Traums: die Ermordung der Mutter

Im April 1973 erwarb Edmund Kemper eine Waffe. Als der Sheriff davon erfuhr, erinnerte der sich daran, dass Edmund Kemper vorbestraft war. Es war ihm nicht erlaubt, eine Waffe zu erwerben und er beschloss diese zu beschlagnahmen.

Als der Sheriff die Waffe von ihm verlangte, überfiel Edmund Kemper Angst. Diese war dermaßen groß, dass er beschloss, den für ihn wichtigsten Mord zu planen: Den an seiner Mutter. 1973, am Karfreitag, besuchte er sie. Nach einer Unterhaltung ging die Mutter zu Bett. Morgens um fünf Uhr schlich er dann mit Taschenmesser und Hammer bewaffnet zu ihr ins Zimmer und vollbrachte die Tat, von der er schon als Kind geträumt hatte. Er brachte sie um, verging sich an der Leiche. Genau so, wie er es bei seinen anderen Opfern ebenfalls getan hatte.

Am nächsten Tag lud er eine Freundin seiner Mutter ein. Sie hatte sich oft zusammen mit der Mutter über ihn lustig gemacht. Er erwartete die Freundin an der Haustür und brachte sie um. Dann vollzog er das gleiche Ritual, das er auch an allen anderen Opfern vollzogen hatte, auch an ihr.

 

Eine Verhaftung mit Hindernissen

Am Ostersonntag flüchtete er zuerst. Dabei hatte er eine Pistole sowie Kreditkarten. Zuerst hatte er nicht die Absicht sich zu stellen. Doch bereits wenige Stunden später rief er bei der Polizei in Santa Cruz an. Ed erzählte den Polizisten, er habe mehrere Morde begangen.

Die Beamten, die Edmund Kemper gut kannten, wollten ihm zuerst nicht glauben und dachten an einen Scherz. Edmund Kemper musste mehrere Male bei der Polizei anrufen, bevor diese beschlossen, doch jemand loszuschicken und sich im Haus der Mutter umzusehen. Ein junger Polizist sollte im Haus von Kempers Mutter nach dem Rechten sehen. Niemand glaubte zu diesem Zeitpunkt daran, dass tatsächlich etwas dran sein könnte an Kempers Geständnis. Zum Erschrecken der Polizei fanden sie den Tatort genauso vor, wie Edmund Kemper es am Telefon geschildert hatte. Er hatte sich noch bei den Polizisten dafür entschuldigt, dass er so eine Unordnung im Haus hinterlassen hatte. Nach dem Telefonat wartete er in der Telefonzelle bis die Polizei ihn dort abholte und verhaftete. Bei der Verhandlung plädierte er dafür, dass er durch Tod durch Folter sterben sollte. Auf die Todesstrafe wurde aber verzichtet und er wurde zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Zweimal versuchte sich Edmund Kemper das Leben zu nehmen.

 

Ed Kemper als Forschungssubjekt

Ed Kemper ist einer jener Serienmörder, die nach ihrer Verurteilung zu Gesprächen mit sogenannten Profilern bereit war. Er musste sich für den Mord an den sechs Studentinnen, an seiner Mutter und deren Freundin verantworten. Für die Tötung seiner Großeltern hatte er bereits gebüßt. Er wurde zu einem beliebten Forschungssubjekt für die Kriminologie und für die forensische Psychiatrie. Der Mörder war dazu verfügbar und hinreichend intelligent, um mit FBI-Profilern sprechen zu können. Dazu waren über ihn Aufzeichnungen wegen der Tötung der Großeltern aus seiner Jugend vorhanden. Edmund Kemper sprach mit den Profilern stets sehr nüchtern über die begangenen Taten. Er konnte jeden einzelnen Mord sehr detailliert beschreiben.

Edmund Kemper gilt als Mustersträfling. Er unterstützte die Beamten, so gut es ging, bei der Aufklärung seiner Morde. Aus der Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden versuchte er aber nie einen Vorteil zu ziehen.

Die im Gefängnis durchgeführten Untersuchungen zeigten, dass Edmund Kemper sehr klug ist und einen IQ von 145 hat. Personen mit höheren Werten als 130 gelten als hochintelligent. Das zeigt aber, dass Intelligenz nichts damit zu tun hat, ob jemand so grausame Verbrechen begeht oder nicht.

 

Neue Berühmtheit durch Netflix-Serie

David Fincher stellt in Mindhunter, der Netflix-Serie, Serienmörder sehr authentisch dar. Zwei FBI-Agenten versuchen durch Befragung Erkenntnisse über die Psychologie von Serienmördern zu erhalten. Einer der Figuren, die in der Serie befragt wurde, ist Edmund Kemper. Die sehr authentische Darstellung des Mörders lässt die Erinnerung an seine Tagen wieder neu aufleben.

Quellen

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