Die Legende des Flatwoods Monsters

| 11. Januar 2021 |

Von dieser Kreatur, welche auch als Braxton-County-Monster oder Phantom von Flatwoods bekannt ist, wird berichtet, dass sie am 12. September 1952 in der Stadt Flatwoods in Braxton County im Zentrum des US-Bundesstaats West Virginia gesichtet worden sei, nachdem ein helles Objekt den Nachthimmel überquert hatte. Fast fünfzig Jahre später kamen die Ermittler jedoch zu dem Schluss, dass es sich bei dem Licht um einen Meteor gehandelt habe und dass die Kreatur eine Schleiereule war, welche in einem Baum hockte, wobei die Schatten sie wie ein großes humanoides Wesen wirken ließen.

 

Geschichte

Am 12. September 1952 um 19:15 Uhr wollen die beiden Brüder, Edward und Fred May sowie ihr Freund Tommy Hyer, ein helles Objekt gesehen haben, das den Himmel überquerte und auf dem Grundstück des örtlichen Farmers G. Bailey Fisher landete. Die Jungen gingen daraufhin zum Haus von Kathleen May und erzählten ihr die Geschichte. May, begleitet von den drei Jungen, den einheimischen Kindern Neil Nunley und Ronnie Shaver sowie dem Nationalgardisten Eugene Lemon aus West Virginia, begab sich zur Fisher-Farm, um das zu finden, was die Jungen angeblich gesehen hatten. Die Gruppe erreichte die Spitze eines Hügels, wo sie laut der Aussage von Nunley ein pulsierendes rotes Licht erblickte. Lemon gab wiederrum an, er habe mit einer Taschenlampe in diese Richtung geleuchtet und kurzzeitig eine große, mannsähnliche Gestalt mit einem runden, roten Gesicht, umgeben von einer spitzen, haubenartigen Form gesehen.

Die Beschreibungen variieren jedoch. In einem Artikel für das „Fate Magazine“, der auf seinen aufgezeichneten Interviews basiert, beschrieb der UFO-Autor Gray Barker die Figur als etwa 3,0 m groß, mit einem runden, blutroten Gesicht, einer großen, spitzen kapuzenartigen Form um das Gesicht herum, augenähnlichen Gebilden, die grünlich-oranges Licht ausstrahlten und einem tiefschwarzen oder grünen Körper.
Kathleen May beschrieb die Figur als mit kleinen, klauenartigen Händen, kleidungsähnlichen Falten und einem Kopf, der dem Pik-Ass in einem Kartenspiel ähnele. Laut dieser Geschichte floh die Gruppe, als jene Figur ein zischendes Geräusch machte, auf sie zukam, Lemon aufschrie und vor Schreck seine Taschenlampe fallen ließ.

Später gaben die einzelnen Personen an, sie hätten einen stechenden Dunst gerochen und einige behaupteten, ihnen sei übel geworden. Der örtliche Sheriff und ein Deputy waren Berichten über ein abgestürztes Flugzeug in der Gegend nachgegangen. Sie suchten den Ort des angeblichen Monsters ab, sahen, hörten und rochen aber nichts.

Laut Barkers Bericht behauptete A. Lee Stewart Jr. von der Zeitung „Braxton Democrat“ am nächsten Tag, Bremsspuren und eine seltsame, gummiartige Ablagerung auf dem Feld entdeckt zu haben.
Laut dem ehemaligen Nachrichtenredakteur Holt Byrne wurden Zeitungsberichte im ganzen Land verbreitet, Radiosendungen in großen Netzwerken ausgestrahlt und Hunderte von Anrufen aus allen Teilen der USA gingen ein.

 

Erklärung

Nach einer Untersuchung des Falles im Jahr 2000 kam Joe Nickell vom „Committee for Skeptical Inquiry“ zu dem Schluss, dass jenes helle Licht am Himmel, von dem die Zeugen am 12. September berichteten, höchstwahrscheinlich ein Meteor war und das pulsierende rote Licht wahrscheinlich von einem Flugzeug ausging. Die von den Zeugen beschriebene Kreatur sähe hingegen einer Eule sehr ähnlich. Nickell zog in Erwägung, dass die Wahrnehmungen der einzelnen Personen durch ihren erhöhten Angstzustand verzerrt worden waren. Seine Schlussfolgerungen werden von einer Reihe anderer Ermittler geteilt, einschließlich denen der United States Air Force.

In der Nacht jener Sichtung wurde ein Meteor über drei Bundesstaaten hinweg beobachtet – Maryland, Pennsylvania und West Virginia. Laut Nickell, waren innerhalb dieses Gebiets auch drei blinkende rote Flugzeugsignale sichtbar, die zur Erklärung des pulsierenden roten Lichts und roten Farbtons auf dem Gesicht des angeblichen Monsters dienen könnten.

Nickell kam zu dem Schluss, dass die Form, die Bewegung und die Geräusche, die von den Zeugen berichtet wurden, auch mit der Silhouette, dem Flugmuster und dem Ruf einer aufgeschreckten Schleiereule übereinstimmten, die auf einem Ast saß, was die Forscher zu dem Schluss brachte, dass das Laub unter der Eule die Illusion des unteren Teils der Kreatur erzeugt haben könnte (beschrieben als einen gefalteten grünen Rock). Die Forscher schlussfolgerten außerdem, dass die Uneinigkeit der Zeugen darüber, ob die Kreatur Arme hatte, in Kombination mit Kathleen Mays Bericht, dass sie kleine, klauenartige Hände besaß, welche vor ihr herabhingen, auch auf die Beschreibung einer Schleiereule passte, die mit ihren Krallen einen Ast ergriff.

 

Vermarktung

Lokale Beamte haben ein Schild mit der Aufschrift „Welcome to Flatwoods / Home of the Green Monster“ (deutsch: Willkommen in Flatwoods, der Heimat des grünen Monsters) an der Straße, die in die Stadt führt, aufgestellt.

Zur Feier der Legende hat das „Braxton County Convention and Visitor’s Bureau“ eine Reihe von fünf hohen Stühlen in Form des Monsters aufgebaut, die als Wahrzeichen und Besucherattraktion dienen soll. Flatwoods beherbergt auch ein Museum, das der Monsterlegende gewidmet ist und bietet hierzu passende Werbeartikel an.

In einem alljährlich stattfindenden, dreitägigen Festival namens „Flatwoods Days“ feiert man die Legende des Monsters. Begleitet wird jene Veranstaltung durch Live-Musik sowie Essens- und Handwerksverkäufe.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.