Kongamato – wer behauptet, Flugsaurier seien ausgestorben?

| 11. Januar 2021 |

Spannende Berichte von Abenteurern aus der ganzen Welt beschreiben einen Flugsaurier, der in den Sümpfen von West-Zaire hausen soll. Alles nur eine Legende oder gibt es ihn vielleicht tatsächlich – den letzten lebenden Flugsaurier der Welt?

 

Saurier als Schiffeversenker

Kongamato bedeutet „Überwältiger der Boote“. In den Jiundu-Sümpfen der heutigen Demokratischen Republik Kongo soll er Jagd auf Fischer machen und ihre Boote oder Kanus zum Kentern bringen. Doch damit nicht genug: Jedem, der den Kongamato anschaut, bringt er den Tod. Berichtet wird von Flügelspannweiten von 1,20 bis 2,10 Metern. Federn hat er keine, sondern eine rote oder schwarz gefärbte Haut. Sein langer Schnabel ist gespickt mit Zähnen.

 

Dämon der Sümpfe – zum Verwechseln ähnlich

In 1923 reiste der britische Abenteurer Frank H. Melland in den Kongo und hörte von der Geschichte eines „Dämons der Sümpfe“. Die Beschreibung erinnerte ihn an einen der prähistorischen Flugsaurier – und einen solchen zeichnete er. Der Stamm der Kaonde identifizierte den Flugsaurier ohne zu zögern mit dem Kongamato. Ein Bericht des Pressekorrespondenten J. Ward Price aus England beschreibt die Begegnung mit einem schwer verletzten Einheimischen im Jahr 1925. Dieser war weit in die berüchtigten Jiundu-Sümpfe vorgedrungen und dort von einem riesigen Vogel attackiert worden. Die Reisenden, darunter der spätere König Eduard VIII, waren mehr als verblüfft, denn der Verletzte beschrieb einen Schnabel voller Zähne! Diese hatten die klaffende Fleischwunde auf seinem Rücken verursacht. Man zeigte ihm Bilder prähistorischer Flugsaurier, woraufhin er die Flucht ergriff. Wenige Jahre später, in 1932, haben die Naturforscher Gerald Russel und der Anomalistiker und Kryptozoologe Ivan T. Sanderson einen Kongamato gesichtet. Nach dieser Sichtung in Kamerun berichten auch ein Ingenieur und das Ehepaar Gregor von einer Begegnung mit dem Kongamato.

Als im Jahr 1957 ein Mann mit schweren Brustverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wird, soll auch dafür der Kongamato verantwortlich gewesen sein. Der Verletzte berichtete vom Angriff eines großen Vogels. Die ungläubigen Ärzte bitten ihn, den Vogel zu zeichnen – und er skizziert einen Flugsaurier! Ein Jahre später erschienenes Foto eines Kongamato stellte sich jedoch als Fälschung heraus.

 

Alles nur eine Verwechslung?

Haben die Einheimischen den Kongamato mit einer der dort siedelnden Storcharten verwechselt? Einige Wissenschaftler plädieren für den Schuhschnabel-Storch, der ebenfalls in den Sümpfen von Zaire lebt. Allerdings existieren keine Berichte, nach denen die Schuhschnabel-Störche Boote angreifen und zum Kentern bringen sollen. Ein weiterer Erklärungsversuch handelt von einem noch nicht klassifizierten, aber sehr großen Fledertier – sozusagen eine Super-Fledermaus. Einige Kryptozoologen schließen nicht aus, dass in den wenig erforschten Sumpfregionen Afrikas tatsächlich ein Flugsaurier überlebt haben könnte. Die Pterosaurier sollen vor allerdings bereits vor etwa 66 Millionen Jahren ausgestorben sein.

 

Pterosaurier – fast wie ein Albatross?

Die Pterosaurier waren vermutlich Gleitflieger – so wie auch der Albatross. Albatrosse können Spannweiten von mehr als 3,50 Meter erreichen. Die recht schweren Vögel haben einen kräftigen und spitzen Schnabel. Ihr Gewicht und die großen Flügel bereiten jedoch erhebliche Startschwierigkeiten. Auch der Gleitflug über dem Meer gestaltet sich schwierig – worüber sich bereits die Comicverfilmung „Bernard und Bianca“ (1977) lustig machte. Daher fliegen die Albatrosse gerne hinter Booten her, um deren Auftrieb zu nutzen und so ohne Kraftaufwand in der Luft zu bleiben. Davon abgesehen fällt früher oder später Abfall über Bord, den sich die Albatrosse sofort sichern. Ziele, Flugmanöver und Gewohnheiten des Kongamato ähneln denen von Albatrossen, obwohl sich beide überhaupt nicht ähnlich sehen. Auch werden die Albatrosse oft zu den gejagten der Seeleute – um die Bordverpflegung aufzubessern. Allerdings gelten die Albatrosse mancherorts auch als die Seelen verstorbener Seeleute.

Dass die Einheimischen den geheimnisvollen „großen Vogel“ mit einer lokalen Vogelart verwechseln könnten, klingt wenig plausibel. Das Verhalten des Kongomato, der hinter Booten herfliegt und im offensichtlichen Gleitflug Verletzungen zufügt, passt jedoch ausgezeichnet zu einem Flugsaurier – so wie auch sein interessantes Äußeres.

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