Geheimakten von James V. Forrestal durch das FBI freigegeben

Das FBI hat im Juli 2019 die bislang geheimen Akten zu James V. Forrestal, dem ersten US-Verteidigungsminister nach dem zweiten Weltkrieg freigegeben. Im Jahr 1947 wurde der Begriff Ufo oder “Fliegende Untertasse” bekannter und stürzte im Juli des gleichen Jahres ein unbekanntes Flugobjekt in der Nähe der Wüstenstadt Roswell im US-Bundesstaat New Mexico ab. 

Am 22. Mai 1949 stürzte Forrestal aus bis heute nicht völlig geklärten Umständen aus seinem Krankenzimmer im 16. Stockwerk des Bethesda Marinekrankenhauses. Der Vorfall wurde nie polizeilich untersucht und an einem Unterschungsbericht der US-Navy sind Widersprüche festgestellt woren.

Er soll stark in den Roswell-Zwischenfall involviert gewesen sein und Monate vor seinem mysteriösen Tod einen seelischen Zusammenbruch erlitten haben, weshalb er sich zur Behandlung in ärztliche Behandlung begab. Die jetzt freigegebenen Akten zu James V. Forrestal umfassen 300 Seiten und kann jeder öffentlich zum Lesen abrufen.



Was steht in den Akten?

Die Akten befassen sich zwar mit bürokratischen Fragen, enthalten auch interessante Passagen, die ein spannendes Licht auf den Fall James V. Forrestal werfen. Der Youtuber psoTV fand zwei informative Seiten. Auf Seite 275 wird über eine Party im Weißen Haus berichtet, die am 28. März 1949 für Forrestal stattfand, der berichtete, dass seine Telefone abgehört würden und fragte mit wem er über dieses Thema sprechen könnte. Der Name der Person, die Forrestal fragte, ist in dem Abschnitt entfernt worden. Diese unbekannte Person empfahl den US-Verteidigungsminister mit FBI-Chef John Edgar Hoover zu sprechen.

Zwei Tage später erhielt James V. Forrestal einen Brief von Hoover, der ihn darüber aufklärte, dass die Telefonleitungen in seinem Haus überprüft worden seien und nichts gefunden wurde. Alle Leitungen waren Hoover zufolge sauber und es sei eine Freude gewesen, geholfen zu haben. Forrestal wirkte zunehmend paranoid und fühlte sich daher offenbar aus irgendeinen Grund überwacht.

Auf Seite 289 ist ein Brief vom 9. März 1952 an FBI-Chef Hoover zu lesen, dessen Verfasser in der New Yorker TV-Sendung “Ryan Crime Report” den Verdacht äußert, dass James V. Forrestal gezielt Opium und Narkotika in seinem Kaffee verabreicht wurden. Je zwei Gramm dieser beiden Substanzen sollen über einen Zeitraum von 14 Tagen in seinen Kaffee gelangt sein.

Er stellte Hoover die Frage, ob Zweifel an den Selbstmord Forrestals bestehen und die Menge Betäubungsmittel für den genannten Zeitraum ausgereicht hätten, eine solche Reaktion auszulösen. Rund 10 Tage später er erhielt Antwort von Hoover, der schrieb, dass der Brief an die FBI-Abteilung für Betäubungsmittel weitergeleitet worden sei. Welche Antwort der Betäubungsmittel-Behörde ist nicht bekannt und müsste im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetztes angefordert werden.



Mysteriöser Tod aufgeklärt?

Die Dokumente geben einen interessanten Einblick in die Arbeit von James V. Forrestal und seinen Dialogen mit dem FBI und anderen staatlichen Stellen wie der US-Marine. Jedoch bleiben dennoch Fragen offen, ob er sich tatsächlich selbst aus dem Fenster des Krankenhauses stürzte und wegen seines seelisch angespannten Zustands diesen Schritt wagte. Auf vielen Seiten stehen kaum Informationen, weil das Geschriebene unleserlich gemacht wurde und Namen sind bedeckt worden.

Zum Roswell-Zwischenfall oder Ufos finden sich keine Informationen in den freigegebenen Akten. Wir werden nie alle Antworten um den rätselhaften Tod des ersten Verteidigungsministers der USA nach dem zweiten Weltkrieg erfahren, außer  es würden weitere Geheimdokumente veröffentlicht.

Interessierte können die FBI-Akten zu James V. Forrestal unter https://vault.fbi.gov/james-forrestal/james-forrestal-part-01-of-01/view abrufen und lesen.


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Quellen