Geophysiker warnen vor den Folgen eines Sonnensturms

In einer aktuellen Studie der American Geophysical Union (AGU) warnen Geophysiker vor den gravierenden Folgen eines Sonnensturms, der allein in den USA täglich direkte und indirekte Kosten von insgesamt 40 Milliarden US-Dollar verursachen könnte. Wenn die koronalen Massenauswürfe der Sonne die Erde treffen, hätte dies massive landesweite Stromausfälle als Konsequenz und die Bürger müssten zeitweise ihren Alltag ohne Strom bestreiten. Die Studie der Geophysiker mit dem Titel „Space Weather“ befasst sich intensiv mit dem Solarsturm, seine Folgen und wirtschaftlichen Kosten. Die Netzwerke würden ebenso unterbrochen wie Lieferwege und dies wäre eine Katastrophe für die Vereinigten Staaten von Amerika.

 

Was besagt die Studie zum Thema Sonnensturm genau?

Entstanden ist die Studie am Cambridge Centre for Risk Studies an der Cambridge Judge Business School in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der British Arctic Survey, der University of Cape Town und der British Geological Survey. Die Forscher führten eine Worst Case Scenario Simulation eines Blackouts durch mit dem Ergebnis, dass 66 Prozent der US-Bevölkerung direkt wie indirekt von den Folgen eines Sonnensturms betroffen wären. Die Kosten würden sich ihren Berechnungen zufolge auf über 41,5 Milliarden US-Dollar pro Tag und auf weiteren 7 Milliarden US-Dollar wegen der dann unterbrochenen weltweiten Netzwerke belaufen.

In der Wissenschaft herrscht seit Jahren eine Unklarheit darüber, wie stark sich Sonnenstürme, solare Magnetfelder oder koronale Massenauswürfe auf die Stromnetze unseres Heimatplaneten auswirken würden. Die Forscher sind unterschiedlicher Meinung und in zwei Lager gespalten. Die erste Gruppe rechnet mit einem mehrstündigen Stromausfall und die zweite Gruppe erwartet, dass die Leute ein paar Tage wenn nicht sogar Wochen ohne Strom auskommen müssten. Die zweite Gruppe begründet ihre Einschätzung mit der Instandsetzung durch den Sonnensturm zerstörter Stromnetze.

Stromausfälle durch Sonnenstürme selten

Im Jahr 1989 kam es in Kanada zuletzt zu einem verheerenden Stromausfall, der durch einen Sonnensturm ausgelöst wurde. Damals gab es neun Stunden lang keinen Strom in der kanadischen Stadt Quebec. Die Wahrscheinlichkeit eines Blackouts wegen eines solaren Sturms bezeichnet man heute als sehr niedrig, doch ganz ausschließen wollen die Sonnenforscher die Gefahr eines erneuten Stromausfalls durch einen Sonnensturm nicht.

Die herstellende Industrie, staatliche Behörden und der Finanzbereich hätten bei einem solchen Ereignis die schwersten wirtschaftlichen Folgen zu verkraften. Neben den USA hätten auch China und Mexiko mit den ökonomischen Konsequenzen zu leben, weil sie Dienstleistungen, Rohstoffe und Güter an US-Unternehmen zur Produktion liefern würden. Das Leben würde sich für die Menschen in allen betroffenen Ländern ändern, vor allem wenn wichtige Stromtransformatoren zerstört würden. Die Transformatoren könnten nicht so einfach ersetzt werden und die Lieferung eines Ersatztransformators im schlimmsten Fall ein paar Monate in Anspruch nehmen. Eine Reparatur wäre nur schwer möglich, außer Fachleute und Ersatzteile würden direkt vor Ort sein.

Alltägliche Dinge wie Kochen, Waschen, Duschen, die medizinische Versorgung oder die Nutzung des Internet wären von heute auf morgen erheblichen Änderungen unterworfen. Der Staat müsste für Ordnung sorgen, die Lebensmittelversorgung sicherstellen und die Stromnetze instandsetzen lassen, um Unruhen in der Bevölkerung besonders in den Städten zu vermeiden.

 

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