Globster – unheimliche Funde am Strand

| 11. Januar 2021 |

Globster sind Kreaturen aus den Tiefen des Ozeans, die als organische Massen beinahe regelmäßig an den Meeresstränden angespült werden. Woher sie stammen, um welche Lebewesen es sich handelt oder woran sie verendet sind – niemand weiß es. Trotz intensiver Forschung konnte das Geheimnis der Globster noch nicht gelüftet werden.

 

Gummiartige, knochenlose Kadaver

Vieles wird an den Strand gespült, doch meist können die Kadaver schnell identifiziert werden. Bei den Globstern, auch Glob oder (englisch) Blob genannt, ist dies anders. Es handelt sich fast immer um knochenlose und gummiartige Kadaver, deren Form kaum einen Rückschluss auf eine bekannte Tierart zulässt. Aufgrund ihrer Größe werden häufig Walkadaver oder Walblubber vermutet. Der Begriff des Globsters stammt von Ivan T. Sanderson, der einen im Jahr 1960 angeschwemmten tasmanischen Kadaver ohne Augen, Kopf und Knochen inspizierte. Monatelang untersuchten Wissenschaftler und Zoologen die Kreatur: Feine Haare bedeckten die Oberfläche, die keinerlei Spuren von Verwesung zeigte. Beim Wal-Blubber handelt es sich um eine mehrere Zentimeter dicke Fettschicht, aus der sich die Form des Wals kaum noch erwahnen lässt. Dieser erste vermeintliche Globster aus Tasmanien wurde schließlich per DNA als Wal identifiziert.

 

Riesiger Octopus am Strand von St. Augustine

Ende November 1896 fanden zwei Jungen ein unförmiges Gebilde am Strand von St. Augustine in Florida. Dort dachte man zuerst, die fast 7 Meter lange, 2 Meter breite und 1,20 Meter hohe Kreatur sei ein gestrandeter Wal. Experten erkannten jedoch schnell die oktopusartigen Umrisse. Bei einer Untersuchung der Proben tippte man jedoch zunächst auf den Blubber eines Pottwals. Erst 70 Jahre später wurden die Gewebeprobe des St. Augustine Monsters nochmals untersucht. Das Ergebnis der Experten: Um den Blubber eines Wals konnte es sich definitiv nicht handeln, so die Forscher. Die angespülte Kreatur war ihrer Meinung nach tatsächlich ein Oktopus oder zumindest ein krakenartiges Wesen. Auch andere führende Kryptozoologen lehnten eine Identifizierung als Wal spontan ab – denn die Form passte viel zu gut auf einen Kraken mit etwa 30 Meter langen Fangarmen. Insgesamt wurde die Kreatur auf 60 Meter Länge und ein Gewicht von 20 Tonnen geschätzt – Dimensionen, wie für die Alpträume der Seefahrer geschaffen. Erst in 2004 brachte eine neue Analyse der Gewebeproben endgültige Klarheit und das Monster von St. Augustine wurde schließlich doch noch als Wal identifiziert.

 

Globster – Überreste der riesigen Wale

Viele Globster werden nachträglich als Überreste oder Kadaver von Walen identifiziert. Wale und Haie nehmen in den verschiedenen Verwesungsstadien teilweise bizarre Formen an. Sie erscheinen weiß, behaart, ohne Kopf oder vollkommen blutleer. Auch der “Trunko”, der im Jahr 1924 an der südafrikanischen Küste auftauchte, machte als Globster weltweite Schlagzeilen. Der angespülte Trunko ähnelte einem Elefanten und hatte bei seiner Entdeckung ein schneeweißes Fell. In 2010 analysierte der Paläontologe Darren Naish die Fotos und konnte den Trunko schließlich als einen Walkadaver identifizieren.

 

Riesenkraken auf den Bahamas

Auch auf den Inseln der Bahamas sollen Oktopoden mit bis zu 20 Meter langen Fangarmen gesichtet worden sein. Der Fischer Sean Ingram erkannte mit dem Sonar seines Schiffes ein 15 Meer großes, pyramidenförmiges Tier, denn das zerstörte seine ausgelegten Krabbenfallen. Auch Jacques Cousteau will dort Oktopoden aufgestöbert haben. Einst soll eine seiner Unterwasserkameras von einem gewaltigen Tier von der Leine gerissen worden sein. Der Film der später geborgenen Kamera zeigte eine undefinierbare Masse aus braunem Fleisch. Kraken gehören zur Ordnung Octopoda und gelten als die intelligentesten Weichtiere, die in Bezug auf ihre Klugheit mit Ratten verglichen werden. In Versuchen sind sie sehr neugierig, ein wenig scheu und beeindrucken mit ihrer Lernfähigkeit. Ihre acht Arme sind mit Saugnäpfen bestückt und auch Kraken haben fast immer einen Lieblingsarm, den sie häufiger als alle anderen benutzen. Doch keine Angst, denn die teils riesigen Kraken sind meist ungefährlich und – entgegen ihrem furchterregenden Ruf – kein bisschen aggressiv. Auch die Seefahrer-Sagen, nach denen riesige Kraken ganze Schiffe ins Meer ziehen, sind wohl eher unter dem berüchtigten “Seemannsgarn” zu verbuchen.

 

Walfriedhöfe in der Tiefsee

Wissenschaftlich sind sie vermutlich nicht haltbar, doch tauchen immer wieder Erzählungen über Walfriedhöfe auf. Dort sollen dutzende verendete Wale zu finden sein. Tatsächlich werden Walkadaver wieder zu neuem Lebensraum. Erst neuere Untersuchungen konnten bestätigen, dass sich mindestens 30 Tierarten ausschließlich von Walkadavern ernähren – so etwa die Ringelwürmer und Osedax-Arten. Prallt einer der riesigen Wale, die mehrere Tonnen wiegen, auf dem Meeresboden auf, müssen die Druckwellen weithin “hörbar” sein. Es dauert mindestens ein Jahr, bis sich Fett und Fleisch eines Wales zersetzt haben. Bis dahin dienen die Knochen und das Fettgewebe anderen Tieren und Bakterien als Energielieferanten – über mehrere Jahre hinweg. Die ältesten Walfossilien sind 50 Millionen Jahre alt. Übrigens sollen die Wale oder zumindest ihre engsten Verwandten ursprünglich echte Landratten gewesen sein. Vielleicht trieb erst eine eine Klimakatastrophe, wie etwa eine Dürre, die Wale in die Tiefe?

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