Himmelstrompeten – Ankündigung der Apokalypse oder alltägliche Geräusche menschlicher Arbeit

In den späten Abendstunden des 15. Juni 2017 schreckte ein seltsamer Klang am Nachthimmel die Bewohner der fränkischen Stadt Bayreuth aus dem Schlaf. Das Geräusch erinnerte entfernt an den verfremdeten Klang von Trompeten. Andere vermeinten den Gesang von Walen zu erkennen. Diejenigen diesen Klang vernahmen, konnten ihn keinerlei Weise zuordnen. Deshalb wandten sich einige Anwohner die Polizei. Doch auch diese waren vollkommen ratlos, über den Ursprung dieser Geräusche. Schnell verbreitete sich dieses mysteriöse Ereignis in den sozialen Medien. Hierbei zeigte es sich rasch, dass solche Beobachtungen von akustischen Himmelsphänomenen weltweit immer wieder beobachtet werden. Da auf Youtube zahlreiche Aufnahmen von diesen Klängen existieren, konnte es sich also nicht um eine Einbildung phantasiebegabter Menschen handeln. Was steckt also hinter diesem akustischen Phänomen. Sind es die Trompeten der Apokalypse? Versuchen Außerirdische Kontakt zu unserem Planeten aufzunehmen? Oder gibt es natürliche Ursachen für den merkwürdigen Klang?

 

Im deutschsprachigen Raum heißt dieses akustische Phänomen “Himmelstrompeten”. Der Begriff nimmt Bezug auf den biblischen Text der “Offenbarung des Johannes”, in welchen das Weltenende – die Apokalypse – mit Himmelsposaunen angekündigt wird. Da das Geräusch häufig entfernt an den Klang von Trompeten erinnert, stellt diese Version den häufigsten Erklärungsversuch dar. So sehen einige mit der steigenden Anzahl von beobachteten “Himmelstrompeten” und dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie einen sicheren Vorboten der Apokalypse.

 

Ein weiterer Erklärungsversuch stellt die Idee dar, dass “Himmelstrompeten” der Kontaktversuch von Außerirdischen sei. Hierbei spielt eine Rolle, dass in dem bekannten Science-Fiction-Film “Krieg der Welten” von Steven Spielberg aus dem Jahr 2005 die außerirdischen Invasoren in einer Klangwolke auftraten, die an die “Himmelstrompeten” erinnert. Allerdings muss man bei genauerer Betrachtung feststellen, dass es genau umgekehrt war. Die Tondesigner des Films haben sich an dem schon dokumentierten Geräusch der “Himmelstrompeten” orientiert.

 

Neben diesen eher mystisch-religiösen Erklärungsversuchen gibt es auch Bemühungen, das Phänomen mit Verschwörungstheorien in Verbindung zu bringen. So glauben etliche Verfechter dieser Theorien, dass das Geräusch der “Himmelstrompeten” in einem direkten Zusammenhang mit Chemtrails steht, also dem angeblichen Versuch mit Hilfe von Flugzeugen ausgestreuten Chemikalien die Menschen weltweit zu manipulieren.

 

Natürlich haben sich auch seriöse Wissenschaftler mit dem Phänomen beschäftigt. Hierbei haben sie mehrere Ansatzpunkte gefunden. Zum einen sehen sie die Möglichkeit, dass diese Geräusche von normalen menschlichen Tätigkeiten herrühren, die aber durch den langen Verbreitungsweg des Schalls verfremdet sind. Als Beispiele benennen die Wissenschaftler: Arbeiten im Bergwerk, Sprengungen im Steinbruch, Flugzeuge und vieles mehr. Metroelogen glauben, dass die Ursache auch in weit entfernten Gewittern liegen könnte, von denen wir nur noch die Schallwellen empfangen. Forscher, die sich mit der Entstehung von Erdbeben beschäftigen, gehen davon aus, dass das Phänomen der “Himmelstrompeten” die Folge von kleinen Erdbeben sind, die direkt unter der Erdoberfläche stattfinden. Das direkt an der Oberfläche entstehende Geräusch dringt durch die Schallwellen nach oben und wird so von uns wahrgenommen. Astrophysiker glauben hingegen, dass es sich bei den “Himmelstrompeten” um kleinere Meteore handeln, die bei Eintritt in die Erdatmosphäre miteinander kollidieren. Dass es in diesem Jahr häufiger das Phänomen der “Himmelstrompeten” aufgetreten ist, erklären die Wissenschaftler damit, dass durch die zahlreichen Lockdowns die normalen Umweltgeräusche zurückgedrängt wurde und dadurch solche außergewöhnlichen akustischen Signale deutlicher hörbar wurden.

 

Eine abschließende logische Erklärung für das Phänomen “Himmelstrompeten” gibt es bis heute nicht. Am besten man hält sich an den großen Dichter William Shakespeare:

“Es gibt mehr Ding im Himmel und auf Erden, als sich Eure Schulweisheit träumt.” (Hamlet 1. Akt 5. Szene)

 

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