Igopogo – das Seeungeheuer aus dem Lake Simcoe

| 11. Januar 2021 |

Über Seeungeheuer kann Kanada nicht klagen, denn die gibt es dort reichlich. Der Igopogo aus der Nähe von Ontario ist einer davon. Er hat einen hundeartigen Kopf, einen ofenrohrähnlichen Hals und soll zwischen 3,50 und 6 Meter lang sein. Gesichtet wird er immer wieder – auch an Land!

 

Monster beim Sonnenbad

Wann immer der Igopogo, auch Kempenfelt Kelly genannt, auftaucht stimmen die Beschreibungen der Augenzeugen überein. Einige wollen den Igopogo sogar beim sonnenbaden beobachtet haben – stundenlang. Andere bekannte Seemonster, wie etwa die schottische Nessie, der amerikanische Chessie oder das schwedische Storsjöodjuret sind hingegen mit Landgängen weniger vertraut. Aufgrund seines Äußeren wird der Igopogo für einen Flossenfüsser, ein seehundähnliches Tier, gehalten. Zu den Flossenfüssern zählen etwa doe Robben und Geckoartigen (Gekkota). Gänzlich ausgeschlossen ist das nicht, denn Robben und Seelöwen wird nachgesagt, dass sie nicht immer im Meer leben und tatsächlich manchmal in Seen umsiedeln.

 

Ein Verwandter des irischen Wasserhundes

Mit seinem hundeähnlichen Kopf identifizieren ihn einige als ein Irisches Krokodil, das auch als Dobhar-Chu bekannt ist. Der “Wasser Hund” oder “King Otter” ist eine irische Sagengestalt, der die im Fluss Wäsche waschende Grace McGloighlin getötet haben soll. Der Ehemann kam zu Hilfe und besiegte den Dobhar-Chu. Das wiederum rief dessen Freund auf den Plan, der den Mann über Land verfolgte und schließlich doch in einem langen, blutigen Kampf unterlag. Darren Naish, ein britischer Paläontologe, spekuliert sogar, dass es sich bei vielen Seemonstern um zweckmäßige Märchen handelt, um Kinder vom See fern zu halten. Andere kanadische Seeungeheuer, wie der Manipogo aus dem Lake Manitoba und der Ogopogo aus dem Okanagan Lake, könnten ähnliche Aufgaben haben. Der sympathische Ogopogo, ebenfalls ein Kanadier, hat sich inzwischen sogar zum Star von kommerziellen Werbespots gemausert.

 

Regelmäßige Sichtungen – und ein Video

Der Igopogo wird immer wieder gesichtet – im See und auch an Land. Der Präsident des British Columbia Scientific Cryptozoology Club, John Kirk, war dem Igopogo lange Zeit auf der Spur – ohne ihn je selbst zu sichten. Nach einer Talkshow erhielt er jedoch einen Anruf: Der männliche Anrufer hatte die Fernsehsendung verfolgt und konnte ein Video vom Igopogo zur Verfügung stellen.

Kirk und Hepworth, ein weiterer Kryptozoologe, sichteten sofort das Material. Das Video zeigte eine Fahrt mit einem Rennboot auf dem Lake Simcoe – der Heimatbasis des Igopogo. Am Südende des Sees musste das Boot repariert werden und man öffnete das Heck. In diesem Moment tauchte direkt vor dem Boot ein schwarzer Schatten auf – der auch vom Ufer aus beobachtet wurde. Mit dieser Erscheinung schoss ein großes Tier aus dem Wasser. Den Augenzeugenberichten nach war das Tier viel größer als etwa die ebenfalls im See lebenden Biber. Das Ungeheuer soll die Leute auf dem Boot kurz beobachtet haben, bevor es kommentarlos wieder abtauchte.

 

Mausgraues Monster aus indianischen Überlieferungen

Ist er eine echte Seeschlange, eine alte indianische Legende oder eine übergroße Robbe? Schon viele haben sich auf die Suche nach dem Igopogo gemacht. In 1983 entdeckte ein Sonargerät ein “großes Tier” im See. Jerry Clayton, der Schiffskapitän der Expedition, scheint allerdings die großen Otter des Sees im Verdacht zu haben – zumindest für einige der Seeungeheuer-Sichtungen. Clayton, erkennt in seiner Sonarauswertung eine Fischschule – mit Fischen ganz normaler Größe. Seit 18 Jahren ist er auf dem Lake Simcoe zuhause: “Ich hab eine Menge Kreise und Meilen auf dem See zurückgelegt und – nichts”. Vielleicht ist der Igopogo tatsächlich nur eine Legende?

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