IOTA und der Tangle: Wo liegen die Vorteile gegenüber Bitcoin und der Blockchain?

| 18. Januar 2021 |

Seit mehr als einem Jahrzehnt existiert nun schon der Bitcoin – und damit auch die Blockchain, wobei selbige zuvor schon in Whitepapers und theoretischen Konzepten behandelt wurde. Wesentlich neuer ist IOTA, Kommunikationsprotokoll und Kryptowährung, das gänzlich ohne eine Blockchain auskommt – wie funktioniert das und wo liegen die Vorteile?

 

Ein Blick in die Geschichtsbücher des Bitcoins – und seiner Schwächen

Heute trägt der Bitcoin viele Kosenamen. Einige sprechen von „digitalem Gold“, andere von einem künftigen Ersatz zu den inflationären Fiat-Währungen wie dem US-Dollar oder Euro – andere sehen darin einfach nur eine renditestarke Anlage. Den Bitcoin würde es aber ohne die Blockchain nicht geben, die zugleich die Eigenheiten und Eigenschaften des Bitcoins, aber auch vergleichbarer Kryptowährungen prägt.

In der Blockchain finden kontinuierlich mathematisch hochkomplexe Rechenaufgaben statt, die von unzähligen Computern rund um den Globus bewältigt werden – genauer gesagt von den „Minern“, die sich die Bereitstellung von Rechenleistung eben dafür durch Bitcoin vergüten lassen. Ebenfalls ist die Blockchain eine Art Archiv, denn hier werden alle vergangenen und alle künftigen Transaktionen mit hundertprozentiger Transparenz festgehalten.

Mit der Blockchain kommen aber auch Probleme daher, die insbesondere den Bitcoin auszeichnen. Die mathematisch hochkomplexen Aufgaben erlauben keine vernünftige Skalierung. Das bedeutet, je mehr Transaktionen fortlaufend eingespeist werden, desto länger die „Warteschlange“, bis eine bestimmte Transaktion bearbeitet wird. Insbesondere mit Hinblick auf den ursprünglichen Nutzen, nämlich das Fiat-Geld zu ersetzen oder eine Art Parallelwährung zu erschaffen, ist das ein großes Manko.

Die Blockchain, so wie sie der Bitcoin verwendet, resultiert zusammengefasst in einigen Schwächen:

  • Die Transaktionsrate ist niedrig, ebenso lässt sich die Blockchain nicht verlässlich skalieren.
  • Transaktionen sind durch die hohen Rechenleistungsanforderungen nicht günstig und können, umso mehr Transaktionen abgefragt werden, im Preis noch weiter steigen.
  • Die notwendige Rechenleistung korreliert konkret mit dem Stromverbrauch, weshalb Bitcoin und Blockchain nicht förderlich für das Erreichen ökologischer Ziele sind.

Aus diesen Nachteilen, die gewissermaßen seit der „Erfindung“ des Bitcoins bekannt sind, entstand als potentielle Lösung das IOTA-Projekt.

 

Was ist IOTA – und welche Vorteile versucht es zu realisieren?

IOTA benutzt keine Blockchain, sondern den sogenannten Tangle. Daraus ergeben sich direkt offensichtliche Unterschiede. Das Mining entfällt völlig, ebenso der geradlinige Verlauf, den eine Blockchain zwangsläufig hat. Stattdessen darf man sich die Tangle als eine Art riesiges Netz vorstellen, welches sich konsequent parallel in mehrere Richtungen erweitert. Die einzelnen Transaktionen innerhalb des Tangles sind allesamt miteinander verknüpft, aber nicht konsequent linear aufbauend, wie bei der Blockchain.

Das IOTA-Projekt wurde unter anderem mit Hinblick auf die konsequente Verbreitung des „Internet of Things“ (Internet der Dinge) ins Leben gerufen. Damit einher gehen komplexe Machine-to-Machine-Prozesse (M2M). Vereinfacht ausgedrückt, kommunizieren intelligente Geräte und Maschinen miteinander – und das unzählige Male pro Minute, allesamt „durcheinander“.Die Blockchain könnte diese Kommunikationssignale aufgrund der schlechteren Transaktionsrate und Skalierbarkeit nicht abwickeln, der Tangle als weitaus schnellere Alternative schon.

In einem stabilen Netzwerk führt das idealerweise dazu, dass die Latenz den Wert 0 erreicht. Das bedeutet, dass quasi im gleichen Moment der Anfrage auch schon die Bestätigung abgewickelt wird – oder anders ausgedrückt, transferierte IOTA-Coins werden noch im gleichen Moment dem Empfänger gebucht. Aus diesem Grund ist IOTA eine besonders attraktive Lösung überall da, wo Micropayments eingesetzt werden.

 

Sicherheit und Umwelteffizienz

Vorteile erzielt IOTA durch die Skalierbarkeit – aber wie umweltfreundlich ist ein so schnelles Netzwerk? Tatsächlich verbraucht der Tangle viel weniger Strom, denn das für Blockchains typische Mining entfällt völlig. Der im Zusammenhang damit auftretende Stromverbrauch ist nicht zu vernachlässigen. Bitcoin Mining alleine ruft aktuell einen höheren Stromverbrauch als das gesamte Land Argentinien ab. Entfällt das im Zuge einer Verbreitung des Tangles, erzielt IOTA automatisch ökologische Pluspunkte.

 

IOTA als Hoffnung der Distributed Ledger Technologie?

Aktuell lässt sich keinesfalls mit Sicherheit sagen, was sich durchsetzt: Blockchains oder der Tangle? Fest steht jedoch, dass den Kryptowährungen in Zukunft wohl eine größere Rolle zukommen wird, wenn sich immer mehr Geräte und Instanzen miteinander vernetzen und fortlaufend Prozesse abgewickelt werden müssen – auch ohne das Zutun von uns Menschen. Bei all dem technologischen Fortschritt ist aber auch wichtig, unseren eigenen Planeten nicht zu vergessen – denn Mutter Natur können wir nicht einfach rekonstruieren. Mit Hinblick auf Bitcoins Umweltbilanz, ist vielleicht gerade das ein Argument, das den Tangle in Zukunft zur Pole Position unter den Distributed Ledgers verhilft.

 

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