33 Morde – Die skrupellosen Taten des Serienkillers John Wayne Gacy

| 03. Januar 2021 |

Dass Killerclowns nicht nur in Horrorfilmen für Angst und Schrecken sorgen, beweist der legendäre Serienmörder John Wayne Gacy, der in den USA der 1970er-Jahre sein Unwesen trieb. Der erfolgreiche Geschäftsmann, der auch als “Pogo der Clown” zur Belustigung von Kindern auftrat, hatte im Laufe seines Werdegangs durch seine skrupellosen Morde mindestens 33 Leben junger Männer und Jugendlicher auf dem Gewissen. Zwischen 1972 und 1978 schaffte es Gacy, unbemerkt seine Straftaten zu vollziehen – ohne einen bedeutenden Verdacht zu erregen…

 

Einschneidende Kindheitserlebnisse prägten Gacy schon früh

Doch wie wird aus einem normalen Mann, der unter seinen Mitmenschen durchaus beliebt ist, ein brutaler Mörder?
Wie in so vielen Fällen war es auch Gacys Kindheit, die der Auslöser für seine Gräueltaten war. Alles begann mit den Schikanen seines Vaters, die der junge Gacy jahrelang ertragen musste. John Stanley Gacy war ein traditioneller Mann, der sowohl vor psychischer als auch physischer Gewalt gegenüber seiner Familie nicht zurückschreckte. Ihm missfiel, dass sein Sohn nicht dem “Idealbild eines Mannes” entsprach und ließ diesen seine Verachtung durch homophobe Äußerungen und körperliche Quälereien deutlich spüren.Aufgrund der starken Ablehnung von Seiten seines Vaters versuchte John Wayne Gacy mit aller Macht, seine durchaus vorhandenen homosexuellen Neigungen zu unterdrücken.
Die später von ihm begangenen Morde stellten sich quasi als Spiegelung seiner eigens gemachten negativen Erfahrungen dar: genau wie sein Vater demütigte John Wayne Gacy seine späteren Opfer, die allesamt dem Idealbild eines Mannes in den Augen von Gacys Vater entsprachen: männlich, sportlich und gutaussehend.

 

Vom unauffälligen Mann von nebenan zum berüchtigten Serienkiller

Gacy gab seinen Mitmenschen keinen Grund zur Annahme, dass in ihm, dem vermeintlich gutbürgerlichen Mann, kriminelle Energien schlummerten. Schon in jungen Jahren engagierte sich Gacy politisch und verzeichnete auch beruflich schnell Erfolge. Da seine Ehe mit Marlynn Myers ebenfalls gut lief und die beiden eine Familie gründeten, wurde der Anschein einer heilen Welt aufrecht erhalten. Später stellte sich heraus: bereits in diesen Zeiten schreckte der spätere Serienmörder nicht vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zurück.
Zu diesem Zeitpunkt konnte aber niemand ahnen, welche Bedürfnisse Gacys Inneres plagten…

 

1968: der Schrecken nahm seinen Lauf…

Schon einige Jahre bevor Gacy mit seinen brutalen Morden begann, ließ er durch Belästigung seine kriminelle Ader zum Vorschein kommen. Sein erstes offiziell bekanntes Opfer war Donald Vorhees – Gacy lud den 14-Jährigen Sohn eines Arbeitskollegen zu einem gemeinsamen Filmabend ein. Der Heranwachsende wurde zu sexuellen Handlungen genötigt.

Trotz Bestechungsversuchen von Seiten Gacys behielt Donald die Geschehnisse nicht für sich, worauf seine Eltern den bis dato nicht polizeibekannten Mann anzeigten.

Zehn Jahre Haft waren die Folge seines Übergriffs an dem 14-Jährigen. Trotz einiger Zwischenfälle im Gefängnis – Gacy übte körperliche und verbale Gewalt auf einen homosexuellen Mithäftling aus – wurde der inzwischen 28-Jährige wegen guter Führung nach nicht einmal zwei Jahren auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen.

Voraussetzung dafür war, sich dauerhaft in Chicago niederzulassen. Nach seinem Umzug traf er seine ehemalige Schulfreundin Carole Hoff. Er sprach offen mit ihr über seine Vergangenheit – die beiden verliebten sich und heirateten schließlich, zogen zusammen. In Chicago vermittelten die beiden zusammen mit Caroles Kindern aus erster Ehe das Bild einer Vorzeigefamilie. Gacy engagierte sich ehrenamtlich und erhielt zahlreiche Auszeichnungen – auch politisch involviert war der Mann, aus dem sich einer der größten Serienkiller überhaupt herausstellen sollte.

 

1972: Und das Morden begann…

Den ersten seiner 33 bekannten Morde vollzog Gacy Anfang Januar 1972. Der Teenager Timothy McCoy befand sich auf einem Stopp während seiner Reise nach Nebraska am Busterminal von Chicago, als Gacy den jungen Mann mit dem Vorwand, ihn zu einer Sightseeingtour durch die Stadt einzuladen, in sein Auto lockte. McCoy verbrachte die Nacht bei Gacy und wollte am nächsten Tag seine Reise mit dem Bus fortsetzen.

Laut Gacys Aussage stand der Junge am folgenden Morgen mit einem Küchenmesser in seinem Schlafzimmer. Vermutlich handelte es sich hierbei um eine unglückliche Verkettung von Umständen und McCoy wollte Gacy lediglich für das von ihm zubereitete Frühstück wecken. Der gerade noch schlafende Mann reagierte sofort: er zögerte nicht damit, den Jungen kurzerhand mit dem Messer zu töten. Anschließend versteckte er die Leiche in dem Keller unter seinem Haus.

Durch die unentdeckte Tat kam Gacy auf den Geschmack des Mordens. Seine darauf folgenden Morde liefen nach einem ähnlichen Schema ab: unter einem Vorwand lockte der kriminelle Mann seine Opfer zu seinem Haus, wo er diese durch Alkohol und Drogen außer Gefecht setzte, quälte und anschließend tötete. Überlebende berichteten im Nachhinein über den Tathergang:

Gacy versuchte zunächst, Vertrauen zu den jungen Männern aufzubauen, indem er ihnen Zaubertricks aus seinem Repertoire als Clown zeigte.

Als Teil eines vermeintlichen Zaubertricks getarnt legte Gacy seinen Opfern Handschellen an. Von diesem Zeitpunkt an nahm die Folter ihren Lauf. Seine Taten brachten zum Vorschein, welche sadistischen Züge in Gacy schlummerten: ob Zigaretten auf den Genitalien ausgedrückt oder diese abgebunden wurden – Gacy genoss das sichtbare Leid seiner auserkorenen Opfer in vollen Zügen. Mit seinem letzten “Trick” bereitete er den Jungen einen letzten Todesstoß: ein um den Hals gelegtes Seil wurde zunehmend enger geschnürt und führte dazu, dass seine Opfer erstickten. In einigen Fällen war es die eigene Unterhose, die die Jungen in den Tod brachte – Gacy stopfte diese seinen Opfern so tief in den Hals, dass sie keine Luft mehr bekamen.

 

 

1978: Der Anfang vom Ende

Nach sechs Jahren des unentdeckten Mordens wollte es das Schicksal, dass der Fokus der Ermittlungen auf Gacy gelenkt wurde. Vor seinem Verschwinden erzählte der 15-Jährige Robert Piest, dass er vorhabe, sich wegen eines möglichen Ferienjobs mit Gacy zu treffen. Zu jenem Zeitpunkt wurden auch die Leichen zweier junger Männer am Ufer eines Flusses gefunden – offensichtlich Opfer eines Verbrechens.
Die Ermittler luden den Mann, der Piest zuletzt sah, vor – doch dieser verspätete sich mit der Entschuldigung, er hätte eine Autopanne gehabt. Schnell stellte sich raus, dass es nie Probleme mit seinem Auto gab. Gacy stritt zudem ab, jemals mit dem Jungen in Kontakt gestanden zu haben.
Aufgrund seiner Vorgeschichte und der ans Licht gekommenen Lügen wurde Gacy unter polizeiliche Beobachtung gestellt – 24 Stunden am Tag und an sieben Tagen in der Woche.
Schließlich beging Gacy einen für ihn folgenschweren Fehler, der seine Gräueltaten ans Licht führte. Er bot einem der ihn überwachenden Polizeibeamten an, sein Badezimmer zu benutzen. Der Polizist nahm den unverkennbaren Geruch von Verwesung wahr, der sich über die Heizung im gesamten Haus verteilte. Bei einer Hausdurchsuchung wurden die Ermittler schnell fündig: die Gebeine von insgesamt 29 Menschen waren auf dem Anwesen Gacys versteckt – die meisten davon im Keller, von Zeit zu Zeit musste Gacy jedoch aus Platzgründen auf andere Bereiche des Hauses ausweichen.
Die restlichen vier jungen Männer, die Gacy zum Opfer fielen, wurden im nahegelegenen Des Plains River entsorgt.
Letztendlich gestand Gacy Ende Dezember 1978 seine Morde – und der Schrecken nahm ein für alle Mal ein Ende.

 

John Wayne Gacey bei der Verhaftung

 

Aus und Vorbei: Gacys Zeit in Haft

Dass Gacy schuldig war, stand außer Frage – doch das Urteil stand noch aus und war umstritten. Seine Anwälte versuchten, aus der ihm drohenden Todesstrafe “nur” eine lebenslange Freiheitsstrafe werden zu lassen, indem sie an Gacys geistlicher Unversehrtheit zweifelten. Schnell waren sich die Verantwortlichen jedoch einig: an Gacys Zurechnungsfähigkeit bestand kein Zweifel – schließlich hob der gefasste Mörder die Gräber seiner Opfer schon im Vorfeld aus und konnte sich an den Verbleib eines jeden seiner Opfer erinnern. Die Aussage eines überlebenden Opfers von Gacy bestätigte aus erster Hand, zu welchen Handlungen der Angeklagte in der Lage war.
Noch nie gab es zuvor eine höhere Strafe für einen Mörder in der Geschichte der USA: 21 Mal lebenslänglich und ein dutzend Mal die Todesstrafe stellten das finale Urteil dar.

Nach der Bekanntgabe der Strafe verbrachte Gacy noch etliche Jahre im Gefängnis, bevor er schließlich hingerichtet wurde. Während dieser Zeit verfasste der Inhaftierte noch ein Buch, in dem er die Morde abzustreiten versuchte. Doch selbst im Gefängnis schaffte es Gacy nicht, auf sexuelle Belästigung an seinen Mithäftlingen zu verzichten.

 

Das Ende: Gacy erhält die Todesspritze

Am 09. Mai 1994 wurde dem Leben von John Wayne Gacy ein Ende bereitet – und somit war auch der Schrecken endgültig vorbei. Mit einer Giftspritze wurde Gacy hingerichtet, während vor dem Gefängnis zahlreiche sich eingefundene Bürger dem Tod des größten Mörders der US-Geschichte entgegen fieberten. Es herrschte große Einigkeit über die Tatsache, dass Gacy einen bei weitem leichteren Tod durchlebte als es bei seinen Opfern der Fall war.
Der Fall des John Wayne Gacy alias “Pogo der Clown” verunsicherte die Bevölkerung stark – war er doch ein unauffälliger und durchaus beliebter Mitbürger. Erst später, als weitere Serienmörder überführt wurden, war die vermeintliche Normalität der Täter keine Neuheit mehr.
Nach dem Tod Gacys wurde sein Gehirn entnommen und untersucht, um Auffälligkeiten festzustellen – diese konnten jedoch nie entdeckt werden.
Bis heute liegt die Vermutung nahe, Gacy hätte “weitere Leichen im Keller” hat – sprich, es sind möglicherweise weitere junge Männer dem größten Mörder der US-Geschichte zum Opfer gefallen.
Noch heute halten die Taten des John Wayne Gacy die Menschheit in Atem. Der Verbrecher aus gutbürgerlichen Verhältnissen beweist, dass kriminelle Energie nicht unbedingt jedem anzusehen ist – und dass das Böse an jeder Ecke lauern kann…

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