Mhorag – das Seeungeheuer aus Schottland

| 11. Januar 2021 |

Im Loch Morar, dem tiefsten See der britischen Inseln, soll ein Seeungeheuer hausen. Der Beschreibung nach kann der Mhorag durchaus ein Verwandter von Nessie, dem weltbekannten Ungeheuer aus dem Loch Ness, sein. Der Mhorag wird als sechs bis neun Meter lang beschrieben. Auch er hat auf dem Rücken Höcker. Wissenschaftler vermuten hinter den Beschreibungen einen Plesiosaurier. Doch die sollen bereits vor 66 Millionen Jahren ausgestorben sein – in Schottland etwa nicht?

 

Eine Legende – und viel zu viele Augenzeugen

Seit seiner ersten Sichtung im Januar 1887 wurde der Mhorag mindestens 34-mal beobachtet. Bei 16 der Sichtungen gab es gleich mehrere Augenzeugen. In 1958 erstellte Dr. George Cooper eine Zeichnung des Monsters. Gut 10 Jahre später, am 16. August 1969, sahen zwei Fischer ein fast 10 Meter langes Monster. Es hatte braune Haut und einen 20 Zentimeter dicken Kopf. Auch drei Höcker konnten sie gut erkennen. Denn – das Seeungeheuer kam ihnen gefährlich nahe und soll sogar gegen das Boot geschwommen sein. Die Fischer betrachteten das als direkten Angriff und erst als sie auf das Tier schossen, verschwand es wieder im Wasser.

 

Hirschragout auf der Speisekarte

Neil Bass, ein Mitglied des Loch Ness Investigation Bureau, sichtete den Mhorag in 1970. Ein Jahr später beobachteten ein Vater und sein Sohn vom Ufer aus ein etwa 6 Meter langes Objekt, das den See durchschwamm. Sie schossen Fotos, auf denen allerdings nichts zu erkennen ist. Auch sie sahen übrigens die für die schottischen Seeungeheuer drei typischen Höcker. Als sich im Jahr 1996 ein Taucher auf die Suche nach dem Seeungeheuer begab, fand er stattdessen das Skelett eines Hirsches – in 18 Metern Tiefe. Man vermutet, der Mhorag hat den Hirsch verspeist.

 

Geheimnisvolles Labyrinth unter Schottland

Über den Mhorag berichtet eine sehr alte Sage. Diese geht davon aus, dass es sich beim Mhorag um dasselbe Tier handelt, wie bei der benachbarten Nessie. Der Sage nach soll der Mhorag einen Tod ankündigen. Wann immer er scheint, so die Erzählung, soll ein Mitglied des MacDonald Clans aus dem Leben scheiden müssen. Berichtet wird auch von einem Labyrinth aus unterirdischen Gängen, die schottische Flüsse und Seen miteinander verbinden sollen – darunter auch den Loch Ness.

 

Kühl und fast konstante Temperaturen

Auch der Loch Morar oder Loch Mhorair, wie er im schottischen gaelisch genannt wird, ist ein Frischwassersee in den schottischen Highlands. Der fast 30 Quadratkilometer große See misst an seiner tiefsten Stelle 310 Meter. Er ist von Waldgebieten, offenen Hügellandschaften und Weideland umgeben. Im See tummeln sich Fische und Aale. Der Loch Morar hat die typisch langgezogene Form eines Sees, die sich regelmäßig dann zeigt, wenn das Gewässer in der Eiszeit durch Gletscher entstanden ist. Gespeist wird er von zahlreichen Flüssen und Bächen. Seine große Tiefe und die Nähe zum Atlantik schaffen in Ufernähe ein besonderes Mikroklima. Die Winter sind mild und die Sommer kühl am Loch Morar. Da er sehr tief ist, kühlt er sich im Winter weniger ab, als andere Seen, wird aber im Sommer auch nur sehr langsam warm. Sind es diese relativ konstanten und eher kühlen Temperaturen, die dem Moragh, der durchaus ein Saurier aus der Vorzeit sein könnte, besonders entgegenkommen?

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