Rätselhafte Missing 411 Fälle in US-Nationalparks – Was steckt wirklich dahinter?

Bei dem Phänomen “Missing 411” handelt es sich um Menschen, die seit mehr als 150 Jahren in den Nationalparks der US spurlos verschwinden. Der Ex-Kriminologe David Paulides beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit den rätselhaften Vermisstenfällen von über 1200 Menschen und veröffentlichte aufgrund dessen die Buchreihe “Missing 411”.

Das rätselhafte Verschwinden

David Paulides bemerkte im Laufe seiner Recherchearbeit seltsame Gemeinsamkeiten der vermissten Menschen. Nach der Befragung von Personen, die mit den Vermissten in Verbindungen standen, erfuhr er, dass die verschwundenen entweder tot, oder desorientiert aufgefunden wurden. Einige Überlebende konnten sich an gar nichts erinnern. Es gibt Ähnlichkeiten zu den Vorfällen auf der Geheimbasis der Area 51. David Paulides stößt bei seiner Recherche auf unerklärliche Fakten. Nicht nur das mysteriöse wie auch plötzliche Verschwinden wirft Fragen auf, sondern auch die undenkbaren Fundorte und fehlende Kleidungsstücke sowie Erinnerungen der Überlebenden hinterlassen ein Rätsel.

 

Die Gemeinsamkeiten

Der Ex-Kriminologe fand heraus, dass sich zwischen 14:00 und 17:00 Uhr die meisten Fälle ereignen und  dass sich selbst erfahrene Spürhunde eigenartig verhalten. Die Witterung der Verschwundenen konnte nicht aufgespürt werden und die Hunde kehrten zurück an ihren Platz.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist das Wetter, welches innerhalb von einer Minute zum Unwetter wird, sobald sich ein Suchtrupp an die Arbeit macht. Aus diesem Grund muss dann jedes Mal die Suche abgebrochen werden. Einige Tage oder Wochen nach dem Verschwinden werden die Vermissten häufig von Wanderern oder Spaziergängern gefunden. Zu diesem Zeitpunkt sind sie bereits tot, unbekleidet und unverletzt. Die Kleidung liegt ordentlich gefaltet und gewaschen direkt neben den Opfern. Die Todesursache ist nicht bekannt und kann auch nicht ermittelt werden. Aufgrund der ordentlich hinterlassenen Kleidung wird von einer Art Reue oder Entschuldigung ausgegangen.

 

Was tun die Behörden?

Das Seltsamste an allem ist, dass die Behörden nichts unternehmen. Erst nach einigen Tagen sprechen sie mit den Angehörigen und Bekannten der Opfer. Auch das FBI und die nationale Parkverwaltung halten sich zurück. Bei Todesfällen werden normalerweise sofort die Angehörigen informiert. Es wirkt so, als wollten die Behörden diese mysteriösen Vermisstenfälle vertuschen. Die Parkverwaltung führt laut Paulides nicht mal eine Liste über die Vermisstenfälle und es sei ein sehr großer Aufwand, diese für ihn anzufertigen. Solch eine Liste muss eigentlich verfügbar sein. David Paulides glaubt, dass diese Liste existiert und die Behörden sie nur nicht herausgeben wollen. Die Behörden wollen negative Schlagzeilen vermeiden und die Bürger nicht verängstigen.

Das FBI hatte bei der Suche der Täter oder des Täters die Spezialeinheit Green Berets (zuständig für die nationale Sicherheit) konsultiert. Dies passiert laut Paulides nur, wenn es bereits Hinweise zu potenziellen Tätern gibt. Die Suche ist vergleichbar mit einer militärischen Operation. Es gibt ein Hauptquartier, jede Menge Soldaten, einen befehlshabenden General wie auch Scharführer. Es wurde jedoch nicht über einen Fund informiert. Auf Paulides Nachfrage bezüglich eventueller Funde, erhielt er nie eine Rückmeldung.

Im Fall des verschwundenen Dennis Martin ereignete sich etwas Seltsames. Dennis Martin spielte Verstecken mit anderen Jungen und eine Familie befand sich währenddessen ganz in der Nähe, als sie einen entsetzlichen Schrei hörten. Sie liefen zu einem naheliegenden Bach und der Sohn der Familie soll einen Bären gesehen haben. Der Rest der Familie erblickte jedoch lediglich einen Mann, der sich im Gebüsch versteckt hatte. Was könnte dieser Mann an sich gehabt habe, sodass ihn der Sohn der Familie für einen Bären hält? Laut Aussage des Vaters der Familie soll der rätselhafte Mann etwas Schweres und Großes über der Schulter getragen haben. Ebenfalls erzählte der Vater, dass ein FBI-Agent, welcher für 13 Vermisstenfälle zuständig war, Selbstmord begangen haben soll. Das FBI wie auch die Behörden haben nie etwas davon berichtet.

David Paulides stellte weiter Nachforschungen bezüglich der Spezialeinheit des FBI an und bat die Mitglieder dieser Truppe um einen gemeinsamen Austausch. Die Green Berets unterliegen jedoch einer strikten Verschwiegenheitspflicht, was diesen Austausch sehr kompliziert macht. Dennoch meldeten sich unabhängig voneinander einige Barette, die sich bereits im Ruhestand befinden und teilten mit, dass die Suche nichts mit den Verschwundenen zu tun hatte. Dadurch brach keiner der Soldaten das Gelübde und es kam ein wichtiger Hinweis ans Licht.

Das Mysterium Missing 411 fasziniert weltweit Millionen Menschen und die Fälle lassen einen teils eine Schauer über den Rücken laufen. Seit dem 19. Jahrhundert sind in den Wäldern und Nationalparks der USA mehr als 1.800 Menschen spurlos verschwunden und nur wenige überwiegend tot, verwirrt oder ohne Erinnerung wieder aufgetaucht. Vor allem Jäger, Sportler, Senioren, Kinder, Jugendliche und hochintelligente Menschen zählen zu den Vermissten. Die Verantwortlichen hinter den Missing 411 Fällen bleiben trotz umfangreicher Forschungsarbeit und Theorien weiter unbekannt. Der ehemalige Polizist David Paulides hat sich der Erforschung dieses Themas verschrieben und einige Bücher veröffentlicht. Er betreibt das “CanAm Missing Project” und einen Youtube-Kanal unter gleichen Namen. Beängstigend ist besonders das Verschwinden von Kindern, da die Eltern unter einer ungeheuren Ungewissheit leiden. Wir haben einige ungelöste Missing 411 Fälle zu der Thematik entdeckt, die wir Ihnen hier kurz beschreiben.

 

Alfred Beilhartz – 1938

An einem sommerlichen Wochenende im Juli 1938 verschwindet der fünfjährige Alfred Beilhartz im Rocky Mountain Nationalpark. Im Park zeltete er mit seinen Eltern am Wochenende des 4. Juli 1938 und verschwand im Umfeld des Roaring River, einem Nebenfluss des Fall River in Colorado. Der Junge begab sich mit seinem Vater zum Fluss, um dort zu baden. Alfred fasste den Entschluss, sich mit zwei Freunden der Familie rund 150 Meter von der Badestelle flussaufwärts zu treffen. Bei ihrer Rückkehr zum Zeltplatz fehlte er und sofort begannen sie mit der Suche nach ihm. Die Suchaktion zählte über 100 Mitglieder des Zivilen Nationalschutzcorps und dennoch fand sich keine Spur von ihm. Einen Tag nach seinem Verschwinden erzählte ein Paar zirka 10 Kilometer vom Campingplatz der Familie Beilhartz entfernt von einer Beobachtung. Sie hätten auf ihrer Wanderung einen Jungen gesehen, der Alfred ähnelte und sahen ihn in der Region “The Devil´s Nest”. Bis die Behörden eintrafen war der Junge verschwunden. Zehn Tage lange setzten 150 Männer und Bluthunde alles daran, Alfred Beilhartz zu finden und mussten schließlich aufgeben. Von den Parkwächtern wurde der Fall als Ertrinken in den Akten eingetragen, doch diese Ursache gilt als umstritten.

 

Larry Jeffrey – 1966

Im Jahr 1966 sorgte das mysteriöse Verschwinden des sechsjährigen Larry Jeffrey in der Nähe der Bergspitze des 3.650 Meter hohen Mount Charleston im Humboldt-Toiyabe National Forest für Aufsehen. Der Wald ist nur eine kurze Fahrt von Las Vegas entfernt. Die Suche setzte sofort ein, nachdem der Junge sich von seinen Brüdern entfernte. An der Suchaktion beteiligten sich im Verlauf der Tage die Nationalgarde und ein Team mit Bluthunden, wie die Associated Press berichtete. Laut dem Zeitungsbericht vom 2. Juni 1966 war Larry Jeffrey von Geburt an schwerhörig, trug eine blaue Jeans und ein T-Shirt. Er habe seinen Eltern gesagt, dass er die Bergspitze erklimmen möchte, um die Schneekappe zu sehen. Die Behörden schätzten seine Überlebenschance wegen seiner leichten Bekleidung und der eiskalten Temperaturen in der Nacht als gering ein. Die Suchmannschaft fand einen Hinweis, dass der Junge Insekten aß und Beeren entlang des Weges einsammelte. Insgesamt hatten sich rund tausend Personen an der Suche beteiligt und mussten sie nach 16 Tagen erfolglos einstellen, weil sie den Sechsjährigen nie fanden.

 

David Gonzales – 2004

Vor 16 Jahren fragte der neunjährige David Gonzales, um 8 Uhr morgens an einem Tag im Juli 2004 seine Mutter ob er die Autoschlüssel haben könne. In dem Auto war eine Schachtel mit Kekse, die er stiebitzen wollte. Weniger als 50 Meter entfernt stand das Auto und seine Mutter schaute ihm hinterher, als er zum Parkplatz in der Nähe des Big Bear Lake Campingplatzes ging, der im San Bernhardino National Forest lag- Sie drehte sich für eine Sekunde um und als Sie sich erneut umschaute, war David verschwunden. Wie die Mutter erzählte, habe Sie kein Geräusch vernommen, als sie sich umdrehte. Jedoch fiel ihr zu dem Zeitpunkt als ihr Sohn vermisste wurde, ein beiger Lastwagen auf, der vom Campingplatz raste. Die Behörden sahen keine Hinweise für eine Entführung und schenkten dem Bericht der Zeitung “USA Today”  der Beobachtung keine Aufmerksamkeit.

Die Keksschachtel war noch immer verschlossenen Wagen der Familie und unberührt, weshalb er es nicht zum Auto schaffte. Die Wälder wurden von Rettungsteams durchsucht, wo sie keine Spuren eines Kampfs oder von dem Jungen entdeckten. Neun Tage später wurde die Suche eingestellt. Knapp ein Jahr später machten Wanderer zirka eine Meile vom Campingplatz der Familie Gonzales entfernt, eine grausige Entdeckung. Sie fanden die Überreste des Jungen, weshalb die Behörden den Angriff eines Berglöwen als Todesursache feststellten, wie die “Mountain Lion Foundation” 03. Juni 2005 berichtete.

Die Frage bleibt offen, warum ein Berglöwe den Jungen rund eine Meile hätte schleifen sollen ohne Spuren eines Kampfs oder Blut zu hinterlassen?

Diese drei Fälle zeigen, wie rätselhaft und traurig das Thema Missing 411 sein kann.