Das Montauk-Monster von New York – Ein verwesender Waschbär oder ein Seeungeheuer?

| 30. Dezember 2020 |

Ein verwesender Waschbär oder ein waschechtes Seeungeheuer? Die Meinungen der Experten gehen auseinander. Noch verstörender ist jedoch, dass die im Juli 2008 an der New Yorker Küste gefundene Kreatur sang und klanglos verschwand. Mehrere Zeugen haben das Gebilde gesehen und – es existiert sogar ein Foto. War der Kadaver etwa ein echter Kryptid?

 

Monsterfund am Strand

Die Geschichte beginnt mit einem Bericht in der Zeitung „The Independent“. Das Blatt berichtete von der 26 jährigen Jenna Hewitt, die mit drei Freunden eine unheimliche Kreatur am Strand fand. Die Ecke am Ditch Plains ist ein beliebter Surf-Sport und gehört zur Stadt East Hampton. Jenna sagte folgendes:

„Wir suchten einen Platz zum Hinsetzen. Da bemerkten wir diese Leute, die sich etwas anschauten. Wir wussten auch nicht was es war. Wir machten noch Witze, dass es vielleicht von Plum Island kam.“

Die in der Nähe liegende Insel Plum Island beherbergt eine Forschungsstation für Tierkrankheiten, das Plum Island Animal Disease Center of New York (PIADCNY). Jenna lieferte auch ein Farbfoto ab, das in Schwarzweiß veröffentlicht wurde. Der „Indepentent“ spekulierte in seinem Artikel, dass es sich um eine Schildkröte oder ein mutiertes Tierexperiment von Plum Island handeln konnte. Schließlich erklärte Larry Penny, der Direktor für Natürliche Ressourcen (East Hampton Natural Resources), dass es sich um einen Waschbären handele, dessen Oberkiefer fehle.

Andere Zeugen gaben an, das Tier habe nur die Größe einer Katze gehabt und war bereits bei der Berichterstattung zum Skelett zerfallen. Hewitt hingegen behauptete, dass der Kadaver von jemandem abtransportiert wurde, der es in seinem Hinterhof deponierte. Wer das war und wo sich dieser Hinterhof befand, wollte Hewitt nicht preisgeben.

 

Aussagen vor laufender Kamera

Plum-TV interviewte Hewitt und ihre Freunde. Gleichzeitig tauchte ein weiteres Foto der Kreatur auf, das an die Webseite Gawker.com weitergegeben wurde. Per Email, Weblogs und über die nationalen Medien verbreitete Fotos und brachten immer neue Spekulationen hervor. Am 4. August 2011 strahlte die zweite Folge der dritten Staffel von „Ancient Aliens“ einen Bericht über das Montauk-Monster aus.

 

Unidentifiziertes Seeungeheuer

Eine Schildkörte ohne Schale, wie zunächst spekuliert, konnte es nicht gewesen sein. Denn die Schalen sind mit der Wirbelsäule der Tiere verschmolzen und lassen sich nicht entfernen. Auch ein großes Nagetier war im Gespräch. William Wise, der Direktor des Living Marine Ressource Institute der Stony Brook University gab eine Analyse zum Foto ab. Er und seine Kollegen glaubten an eine Fälschung. Die „nächstbeste“ Vermutung war, dass es sich bei der Kreatur um einen kranken Hund oder einen Kojoten handeln könnten – die eine Weile tot im Meer getrieben sind. Ausschließen konnten die Experten um William Wise, dass es sich um:

  • Waschbär (Beine zu lang)
  • Meeresschildkröte (haben kein Fell, keine Zähne)
  • Nagetiere (haben Schneidezähnte)
  • Hund (Augenkamm und Füße passen nicht)
  • Schaf (haben keine scharfen Zähne)

handelt. Der Kadaver ähnelte, so konnte man den Aussagen des Teams entnehmen, einem Hund mit einem schafartigen Kopf.

 

Ungeklärt – weitere Erklärungsversuche

Ein weiterer Experte, der Paläozoologe Darren Nash folgerte wiederum aus dem sichtbaren Gebiss, den Vorderpfoten und der Schädelform, dass es sich um einen Waschbären handeln muss. Das seltsame Aussehen ist der Zersetzung durch Wasserwirkung zuzuschreiben, die auch den größten Teil des Fells entfernt. Nash hielt – im Gegensatz zu Wise – die Beine für nicht zu lang. Auch Jeff Corwin identifizierte das Montauk Monster als einen Waschbären.

Bis heute ist ungeklärt, um was es sich bei der Kreatur handelte. War es ein Globster oder ein Krypdit? Ein entflohenes Tier aus der Forschungsstation auf Plum Island? Oder vielleicht doch nur ein Waschbär, der in den Weiten des Atlantiks sein Ende gefunden hat.

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