Nahuelito – eine Raubkatze der Azteken

| 30. Dezember 2020 |

Schon viele haben den Nahuelito gesucht. Gesehen wurde er oft genug. Etwa im Jahre 1922 von Goldschürfern in Argentinien und in 1910 vom Manager George Garett. Bei groß angelegten Expeditionen zeigt sich der Nahuelito allerdings nicht. Kryptozoologen halten ihn für einen Plesiosaurier. Die sollen allerdings bereits vor Millionen von Jahren ausgestorben sein.

 

Die Insel des Jaguars

Bisher zeigten alle Filmaufnahmen lediglich Wellen. Die sollen vom gerade gesichteten Nahuelito verursacht worden sein. Der Nahuelito, auch als patagonischer Plesiosaurier bekannt, soll im Nahuel-Huapi-See in Argentinien leben. Der See liegt im nördlichen Patagonien. In der Sprache der dort lebenden Mapuche bedeutet sein Name „Insel des Jaguars“. Der Name des Nahuelito bedeutet ebenfalls Jaguar in der Sprache der Mapuche. Für die Indios ist die Sache ohnehin klar: Im See lebt der Nahuelito.

Plesiosaurier sollen bis zum Ende Kreidezeit die Meere bevölkert haben. Ausgestorben, so die Wissenschaftler, seien sie gleichzeitig mit den Dinosauriern. Sie hatten einen länglichen Körper mit vier paddelförmigen Flossen. Unterschieden wird zwischen den langhalsigen und kleinköpfen Plesiosauriern. Die langhalsigen Saurier erreichten eine Länge von 3 bis 15 Metern, wobei allerdings Fossilien mit einer vermuteten Maximallänge von mehr als 20 Metern gefunden wurden – wie etwa das Monster von Amberri. Ihre lange Halswirbelsäule besteht aus bis zu 72 Wirbeln, auf denen ein verhältnismäßig zu kleiner Schädel sitzt. Im Stuttgarter Museum am Löwentor kann ein Plesiosaurier-Skelett bestaunt werden.


Dynamit bei der Suche

Genug Sichtungen gibt es, Fotos noch nicht. Clement Onelli, der Direktor des Zoos in Buenos Aires hatte bereits seit 1897 Berichte über ein merkwürdiges Tier gehört. 25 Jahre später kontaktierte ihn der amerikanische Goldsucher Martin Sheffield. Der hatte in einem See eine rätselhafte Kreatur gesichtet. Onelli startete eine Expedition. Mit Panzerbüchse und Dynamit ging man auf die Suche – ohne Erfolg.

 

Ein anonymes Foto trifft ein

Im selben Jahr, am 6. April 1922 erschien im kanadischen „Toronto Globe“ ein Artikel über die Sichtung des Nahuelito aus dem Jahr 1910 – geschildert von George Garret, einem Manager. Seine argentinischen Nachbarn klärten ihn seinerzeit auf: Die Indios, Ureinwohner des Kontinents, kennen die großen Wassertiere, die sich von Zeit zu Zeit zeigen. In 1988 tauchten schließlich Fotos des Nahuelito auf. Veröffentlicht wurden sie in der „Rio Negro“ Zeitung. Ein Unbekannter hatte die Fotos an die Zeitung geschickt und dazugeschrieben: „Es ist keine skurrile Form im Wasser. Es ist keine Welle. El Nahuelito hat sein Gesicht gezeigt.“

Atomtests als Ursache?

Vielleicht sind sie übertrieben, vielleicht auch nicht: Die Theorien, nach denen der Nahuelito ein Überlebender der in den 1950-er Jahren durchgeführten Atomtests sein soll. Eine andere Überlegung stellte die New York Post an. Am 17. Februar 1960 schrieb das Blatt, dass das schottische Seeungeheuer Nessie ausgewandert sei. Es sei kurzerhand die 13.000 Kilometer vom schottischen See Loch Ness ins südamerikanische Patagonien geschwommen.

 

Unterwasserflüge – die Vorlage für Nahuelito?

Geradezu spektakulär waren die Plesiosaurier in den vorzeitlichen Ozeanen. Zunächst nahm man an, sie seien mit ihren spitz zulaufenden Flossen gepaddelt. Inzwischen sprechen die Indizien für einen Flug – und zwar Unterwasser. Die meterlangen Saurier sollen sich ähnlich wie Pinguine, Otter und Meeresschildkröten fortbewegt haben. Im Prinzip funktioniert der Unterwasser-Flug wie ein Fliegen durch die Luft, denn die Form des Paddels erzeugt unterschiedliche Druckverhältnisse auf ihrer oberen und unteren Fläche. Genauso fliegen auch moderne Flugzeuge. Unter Wasser kostet das allerdings richtig Kraft und daher waren die Plesiosaurier muskelbepackt. Vermutlich waren sie Fischfresser. Ihre Zähne deuten darauf hin und im Magen von Sauriern wurden Tintenfischreste gefunden. Ihr ärgster Gegner war der große Mosasaurier.

Plesiosaurier gehören eigentlich zu den Reptilien und sollten daher Eier legen. Ihr Körper war, so die Erkenntnisse, jedoch kaum auf einen Landgang vorbereitet. In 2011 wurde schließlich im Bauchraum eines 78 Millionen Jahre alten Saurier-Fossils ein noch nicht ausgereiftes Jungtier gefunden – 1,50 Meter lang. Möglicherweise gebaren Plesiosaurier nur ein einzelnes Jungtier – dafür aber ein recht großes. Damit ähneln sie wiederum dem Wal. Sind wirklich sämtliche Plesiosaurier ausgestorben? Ist der Nahuelito vielleicht einer der letzten Nachkommen der vorsintflutlichen Spezies? Wenn die Saurier für die Nachzucht nicht an Land müssen, hätten sie vielleicht eine Chance, ihr Überleben in den Tiefen des Ozeans zu sichern – bis heute.

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