Ogopogo – ein Seeungeheuer und Freund von Nessie?

| 30. Dezember 2020 |

Wie alt die Legende um das den Ogopogo ist? Niemand weiß es mehr. Der Legende nach soll das kanadische Seeungeheuer im Okanagan Lake in der Provinz British Colombia leben. Der Ogopogo, auch Naitaka genannt ist den Berichten nach eine Seeschlange mit einer Länge von 3 bis 14 Metern. Auf einem schafsähnlichem Kopf und einer dunkelgrünen bis braun-schwarzen Haut schmückt ihn eine wallende Haarmähne. Auch einen gespaltenen Schwanz und mehrere Höcker auf dem Rücken wollen einige Zeugen beobachtet haben.

 

Eine alte Legende im modernen Leben

Der Ogopogo ist in der Region gut bekannt. Er steht auf Kinderspielplätzen und tritt sogar in der kommerziellen Werbung auf. In der Heimat des Ogopogo sollen die ersten Menschen gesiedelt haben. Das Gebiet in Kanada bildete sich, als vor 10.000 Jahren die Gletscher schmolzen und das Tal fluteten.

Woher der Name stammt oder woraus er sich ableitet ist unklar. Ein Historiker vermutet, dass es sich um einen relativ neuen Namen handelt. Möglicherweise entstand er zusammen mit einem Lied zum Seeungeheuer:

Seine Mutter war ein Ohrwurm,
sein Vater war ein Wal,
Ein bisschen Kopf,
und gerade ein bisschen Schwanz
und Ogopogo war sein Name.

 

Opfer an den Wassergott

Es ranken sich alte Legenden um den Ogopogo. Die Ureinwohner der Secwepemc and Syilx nannten ihn Naitaka. Für das „n’ha-a-itk werden verschiedene Übersetzungen angeboten, von Wasserdämon über Wassergott bis zur „Heiligen Kreatur des Wassers“. Gemeint ist allerdings eine böse und übernatürliche Erscheinung mit großer Macht und schlechten Absichten. Man erzählt sich, dass Naitaka für eine sichere Überquerung des Wassers ein Opfer forderte – und zwar ein lebendes.

Über hunderte von Jahren haben die Ureinwohner kleine Tiere geopfert, bevor sie ins Wasser gingen. Die alten Geschichten erzählen von Timbasket, einem Anführer, der die Legende als Gruselgeschichte abtat und mit seiner Familie im Boot auf den See hinausfuhr. Naitaka wartet nicht lange und hob seinen langen Schwanz aus dem Wasser – das Kanu kenterte und verschlang die Besatzung im See. Auch andere, wie der Siedler John MacDougal beschreiben dieses „hineingezogen werden in das Wasser“ MacDougal verlor alle Pferde, die im See verschwanden. Er selbst rettete sich nur durch das Kappen des Seiles an seinem Boot.

 

Schutzgeist oder Zerstörer im Wasser?

Möglich ist auch, dass es sich um ein Missverständnis handelt und der Naitaka weniger Übel ist als vermutet. Als die ersten europäischen Siedler auf die Syilx/Okanagan-Stämme trafen, könnte sich ein Übersetzungsfehler eingeschlichen haben. Für die Sylix ist der n-ha-ha-it-koo ein geheiligtes Wesen aus dem See, das ihr Tal beschützt. Man sagte, der Geist lebt in Höhlen unter der Rattlesnake Insel, die auch als Monster Insel bekannt ist. Vielleicht, so sagte man, lebe er aber auch gegenüber dem Squally Point.

 

Siedlerin beschreibt den Ogopogo

Nachweislich und recht genau wurde der Ogopogo in erstmals im Jahre 1872 beschrieben. Die Siedlerin Susan Allison war die erste nicht-eingeborene, die den Ogopogo zu Gesicht bekam. Auch Art Folden sah im Jahr in 1968 etwas Unheimliches im See. Sofort fuhr er rechts ran und filmte die vermeintliche Kreatur, die eine große Wasserbewegung im See verursachte. Der Ogopogo war etwa 300 Yards, also ungefähr 100 Meter entfernt. Eine anschließende Computerauswertung bestätigte ein 3-dimensionales Objekt. Für Folden war es definitiv etwas sehr großes und „lebensähnliches“, das sich durch das ansonsten ruhige Wasser zog. Für die National Geographic Show „Is it Real?“ (Ist es echt?) wurde die Szene nachgestellt. Die Autoren kamen zu dem Ergebnis, dass sich Art Folden möglicherweise in der Größe des Objekts geirrt hatte. Auch die Geschwindigkeit des seinerzeit beobachteten Objekts war vermutlich deutlich geringer. Man vermutete, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit zwar um ein Tier, möglicherwiese jedoch um einen Otter oder Bieber gehandelt haben könnte.

 

Greenpeace greift ein

Das Interesse am Ogopogo ist ungebrochen. In 1980 gab es einen neuen Medien-Boom um den Ogopogo und Greenpeace verlangte, das Ungeheuer zu filmen, nicht zu fangen. Schließlich wurde der Ogopogo als „gefährdete Spezies“ anerkannt. In den 1980-er Jahren wurde das Ungeheuer dann noch einmal beobachtet – für ganze 45 Minuten. Etwa 50 Touristen beobachteten die Erscheinung vom Strand aus. Larry Thal, einer der Teilnehmer aus Vancouver filmte 10 Sekunden lang das Spektakel. Auch hier vermuteten Kritiker wiederum einen medienwirksamen Auftritt von Ottern.

In 1989 berichtete John Kirk von einem Tier mit etwa 2 Metern Länge, das er im See beobachtet haben wollte. Es war mit gewaltigen 40 Stundenkilometern unterwegs. Auf seinem Rücken sah er 5 tiefschwarze Buckel.

Doch dann wurde der Ogopogo nochmals gefilmt. Am 24. Juli 1992 fiel ein Wasserski-Fahrer in der Nähe eines merkwürdigen Objekts ins Wasser. Wiederum wurden Otter vermutet. Auch der FBI Video Spezialist Grant Fredricks hielt das Gebilde nicht für den Ogopogo: Er hatte auf den Wasserski-Sportler überhaupt nicht reagiert. Der übrigens auch nicht auf den Ogopogo.

 

Schlechte Aufnahmen

Regelmäßig tauchen Videos vom See und von vermeintlichen Seeungeheuern auf. Meist sind sie jedoch so schlecht, dass sich kaum etwas erkennen lässt. Wer glaubt, gerade ein Monster vor der Kamera zu haben, neigt zum Zittern. Die letzten Sichtungen erfolgten im September 2018. Es waren gleich drei, die eine Riesenschlange mit etwa 15 Metern Länge gesehen haben wollten.

Allen Sagen zum trotz sind sich die Experten einig: Otter strecken sich lang im Wasser. Schwimmen sie hintereinander, wie dies oft der Fall ist, können sie leicht mit größeren Tieren oder Seeschlangen verwechselt werden. Vielleicht bilden die Otter diese Schwimm-Formation genau aus diesem Grund. Sie wirken größer und bedrohlicher und können so natürliche Feinde von einem Angriff abhalten. Wer dennoch stichhaltige Beweise für den Ogopogo findet, kann sich eine Belohnung von $10.000 sichern.

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