Onza – die Katze mit den langen Beinen

| 30. Dezember 2020 |

Den Onza, eine geheimnisvolle Raubkatze, erwähnten bereits die spanischen Berichterstatter, der Conquistadores. Der aztekische Herrscher Moctezuma II soll die Onzas in seinem privaten Tiergehege gehalten haben. Später berichteten spanische Siedler ebenfalls von Onzas, die gemeinsam mit Pumas und Jaguaren leben sollen. Der Jesuit Ignaz Pfefferkorn, als Missionar in Mittelamerika unterwegs, hielt den Onza jedoch für weitaus gefährlicher als etwa den Puma: Sie seien weniger zurückhaltend als andere Raubkatzen und es käme regelmäßig zu Angriffen auf Menschen. Den von ihm gesichteten Onza beschreibt er als wolfsähnliche Katze, allerdings länglicher, dünner und schmaler als ein Puma. Das Onza-Fell sei rötlich gefärbt.

 

Eine Aztekenkatze – auch verschollen

Onza, die angriffslustige Raubkatze, kannten die Azteken unter dem Namen cuitlamiztli. Bereits zweimal wurde ein Onza erlegt: Im Jahr 1938 und in 1986. Sie sahen tatsächlich den Pumas ähnlich, hatten aber längere Beine, längere Ohren, waren schlanker und – sie waren gefleckt. Molekularbiologische Untersuchungen in 1986 zeigten deutliche Puma-Merkmale bei einem erlegten Exemplar.

Wissenschaftler schließen nun tatsächlich nicht mehr aus, dass der Onza einst eine Unterart der Pumas war. Interessanterweise ist der wissenschaftliche Name für den Jaguar “Panthera Onca”. Onza ist hingegen spanisch und wird sowohl für Jaguarundi als auch für Schneeleoparden benutzt.

 

“Mr. Vega” weiß mehr

Es gibt viele Berichte zum Onza. Das ist keine Überraschung, wenn er tatsächlich so ein wilder Geselle war und Menschen am helllichten Tag angriff – wie immer wieder berichtet. Eine Legende steht jedoch heraus. Die von dem geheimnisvollen Mr. Vega.

Der Rancher Andres Murillo schoss im Jahr 1986 einen Jaguar, der ihn angreifen wollte. So jedenfalls dachte Murillo. Er brachte den vermeintlichen Jaguar zu einem geheimnisvollen Mr. Vega, der eine Ranch in der Nachbarschaft besaß. Man untersuchte den Tierkadaver, der 27 Kilo wog und 1,10 Meter lang war – ohne den 58 cm langen Schwanz. Das Tier soll einem Puma sehr ähnlich gesehen haben, hatte aber einen leichteren Körperbau, gestreifte Beine, längere Ohren und einen längeren Schwanz. Der geschossene Jaguar/Puma/ Onza soll einen langen dünnen Körper und lange, dünne, hundeähnliche Beine gehabt haben. In seinem Magen fand man die Überreste von Rehwild. Mr. Vega befand, dass das Tier wie der Onza aussah, den sein Vater in den 1970-er Jahren geschossen hatte. Den Schädel hatte er als Trophäe behalten – und sie ist noch immer im Besitz der Familie. Um Mr. Vega ranken sich mehrere Legenden. Die Beteiligten wechseln – wer hat geschossen, wann und wo – doch immer war es Mr. Vega, der den Onza identifizierte und von einem eigenen Exemplar berichtete.

 

Legenden – wissenschaftlich bestätigt!

Den Onza gibt es. Ob es sich jedoch um eine unbekannte Raubkatze handelt bleibt unklar. Nach DNA-Tests soll es sich bei den Onzas um eine Untergruppe der Pumas handeln. Die Onzas gibt es also tatsächlich – aber sie sind vermutlich lediglich eine seltene Art der bekannten Raubkatzen. In Mexiko kennt man die Onzas als eine Unterart der Jaguarundi, einer kleineren amerikanischen Wildkatze – allerdings mit kurzen Beinen. Dennoch trifft die Beschreibung hervorragend auf den Körperbau des Onzas zu.

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