Riesenfaultier Mapinguari – das Monster aus der Eiszeit

| 11. Januar 2021 |

Der Mapinguari ist eine erschreckende und geheimnisvolle Kreatur aus dem Regenwald des Amazonas – so die gängige Beschreibung. Aber ist er das wirklich? In jüngster Zeit nimmt eine neue Theorie Fahrt auf: Ist der Mapinguari möglicherweise ein letzter Überlebender der lange ausgestorbenen Riesenfaultiere?

 

Höhlenbewohner aus dem Amazonas

Die Cario-Indianer im brasilianischen Regenwald kennen den Mapinguari, auch Juma genannt, jedenfalls gut. Das Ungeheuer soll auf ihrem Stammesgebiet in einer Höhle leben. Die Cario und der Mapinguari sind 2300 Kilometer von der Amazonasmündung entfernt – und damit weit abgeschlagen jeglicher Zivilisation.

 

Wer ist der Mapinguari?

Von der als monströs beschriebenen Kreatur sagen einige, sie wirke durchaus menschenähnlich, wenn auch vollständig behaart. Manchmal erscheint er auch als Zyklops – mit einem einzigen Auge auf der Stirn. Oft beschreiben die Überlieferungen zum Mapinguari einen offenstehenden Mund auf dem Bauch. Andere bezeichnen ihn als ein gigantisches Megatherium – einen Vertreter der ausgestorbenen Gattung riesiger Faultiere. Ihre Knochen wurden zwar in Südamerika entdeckt, doch gelebt haben sie vor etwa 11.000 Jahren.

 

Die Faultier-Theorie

Riesenfaultiere gelten als ausgestorben. Mit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren sind auch sie verschwunden. Allerdings zeigen Fossilienfunde, dass diese Faultiere vom Amazonasgebiet bis nach Florida verbreitet waren. Haben die Riesenfaultiere etwa doch überlebt – in einer abgelegenen Ecke des Amazonas? Warum die Riesenfaultiere ausgestorben sein sollen, ist ohnehin ungeklärt. „Man nimmt an“, dass sich der Klimawandel für die Riesenfaultiere zu schnell vollzog – aber belegt ist das noch lange nicht. Zwei Forscher, der amerikanische Biologe David Oren und sein brasilianischer Kollege Ilton DaSilva können sich durchaus vorstellen, dass im Regenwald des Amazonas einige der eiszeitlichen Riesenfaultiere überlebt haben.

 

Den Fußabdrücken auf der Spur

Die Biologen untersuchten Fußabdrücke, die von den Cario-Indianern gefunden wurden. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Beim Mapinguari kann es sich tatsächlich um ein ausgestorbenes Riesenfaultier handeln. Zu den Verwandten der Riesenfaultiere gehören der Jaguar und der Tapir. Vor tausenden von Jahren besiedelten die Riesenfaultiere auch das Amazonasgebiet – genau dort, wo sie auch heute noch gesichtet werden. Oren und DaSilva können ihre Riesenfaultier-Theorie eindrucksvoll untermauern. Eines der wichtigsten Indizien ist die Übereinstimmung der von den Carios sichergestellten Fußabdrücke mit den versteinerten Abdrücken aus den Fossilienfunden der Riesenfaultiere.

 

Kugelsichere Panzerhaut

Immer wieder berichten die Cario-Indianer auch von Angriffen auf den Mapinguari. Selbst die Kugeln ihrer Jagdgewehre hätte die Kreatur standgehalten und dabei gleich noch mehrere erfahrene Jäger getötet. Was unglaublich klingt, ist für die Forscher durchaus plausibel: Das Megatherium hatte eine ganz besondere Haut. Im Britischen Museum in London befindet sich das 11.000 Jahre alte Fell eines Riesenfaultieres. In diese Haut sind kieselsteingroße Knochenstücke eingebettet. Diese sitzen so dicht aneinander, dass sie möglicherweise eine Gewehrkugel effektiv abbremsen können.

 

Expeditionen sollen Klarheit schaffen

Expeditionen in das Amazonasgebiet erschrecken regelmäßig die teilnehmenden Forscher. Denn des Nachts – dann, wenn auch Riesenfaultiere aktiv werden – hallen laute, fremdartige Tierschreie durch die Nacht. Die indianischen Führer ordnen diese Schreie dem Mapinguari zu. Das Riesenfaultier schlägt inzwischen auch in Wissenschaftskreisen hohe Wellen. Sollte sich tatsächlich ein Lebewesen aus der Eiszeit in den Regenwäldern des Amazonas tummeln? Mehrere Expeditionen sind geplant, um das vermeintliche Riesenfaultier aufzuspüren. Allerdings ist das 6,5 Millionen Quadratkilometer große Gebiet nur schlecht erforscht und – das Riesenfaultier ist nachtaktiv.

 

Totgesagte leben länger – Überlebende aus der Eiszeit

Wenn das Riesenfaultier es geschafft hat – wer noch? Waren sie die einzigen Überlebenden des Klimawandels oder konnten – selbst unter widrigen Witterungsbedingungen – auch noch andere Saurier überleben? Vielleicht sind es die Kadaver der wenigen Exemplare aus der Eiszeit, die immer wieder an Stränden dieser Welt angeschwemmt werden und die niemand wirklich zuordnen kann. Sagengestalten und Seeungeheuer berichten von großen, teils unförmigen Tieren, die keiner bekannten Gattung ähneln – sind es tot gelaubte Überlebende einer längst vergangenen Zeit?

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