Trunko – Urzeitungeheuer oder verendeter Wal?

| 30. Dezember 2020 |

Wie ein Kampf der Giganten erschien das Spektakel, das die Zeugen vor der Küste von Margate in Südafrika beobachteten. Zwei Schwertwale kämpfen mit einer ungewöhnlichen Kreatur. Sie halten das Wesen, das als „Fisch wie ein Eisbär“ (Fish like a Polar Bear) beschrieben wird, für knapp 3 Stunden in Schach. Die Londoner Daily Mail berichtete am 27. Dezember 1924 als erstes über die Sichtung des Trunko, die bereits am 25. Oktober stattgefunden haben soll.

Im der fast prähistorisch anmutenden Kampfszene soll Trunko (englisch trunk = Rüssel) die Wale mit seinem Hinterteil attackiert haben. Den Berichten nach hob es sich um bis zu 6 Meter aus dem Wasser. Hugh Balance, einer der Augenzeugen, beschrieb die Kreatur wie einen riesigen Eisbären.

 

Der Trunko schafft es nicht

Offensichtlich gewannen die Schwertwale den Kampf, denn der Trunko soll am Strand von Margate Beach angespült worden sein. Dort lag er zehn Tage lang, doch niemand schien es zu interessieren. Weder eine zuverlässige Beschreibung noch Fotografien sind erhalten. Einige interessierte es offensichtlich doch und sie wanderten zum Stand, um die Kreatur zu bestaunen. Nach deren Angaben soll das Tier ein schneeweißes Fell und einen elefantenartigen Rüssel gehabt haben. Sein hummerähnlicher Schwanz sei, wie auch der Kadaver, vollkommen blutleer gewesen. Einen Kopf hatte der Trunko nicht.

Es war 14 Meter lang und 3 Meter breit sowie 1,5 Meter hoch. Der Rüssel war ebenfalls 1,5 Meter lang und 35 Zentimeter im Durchmesser. Der Schwanz war 3 Meter lang. Der Rüssel, so die Berichte, soll direkt aus dem Körper entsprungen sein. Einen Kopf konnte keiner der Zeugen ausmachen. Der britische Kryptozoologe Dr. Karl Shuker hat die Kreatur daher „Trunko“ genannt.

 

Trunko wurde fotografiert

Doch dann kam es zur Sensation – Fotos tauchten auf. Im September 2010 wurden Fotos des Trunko veröffentlicht, die bisher vollkommen unbekannt waren. Der Paleontologe Darren Naish kommentierte die Veröffentlichungen wie folgt:
Sie zeigen den Kadaver eines großen Wirbeltieres, höchstwahrscheinlich eines Wals. Die Vermutung, dass es sich um ein weißes Fell handelt, resultiert aus der Unwissenheit über das Aussehen von verrottenden Tierkadavern. Die enorme Masse des Tierkörpers, die große Menge an ausgefranstem und stark zerfallenem Kollagen sowie das Vorhandensein eines scheinbar verdeckten inneren Skelettgerüstes erhärten den Verdacht, dass es sich auch hier um die verrottende Masse von Walgewebe handelt.

 

Weitere Sichtungen – Trunkos oder Wale?

Auch in Pennsylvania erscheint ein Bericht über einen vermeintlichen Trunko. Am 27. März 1925 veröffentlichte die Charleroi Mail von einem Kampf zwischen Walen und einem haarigen Monster. Dieses Mal gewinnt das Monster. Die Kreatur wurde jedoch am Strand angespült und habe dort vor Erschöpfung das Bewusstsein verloren. Nach 10 Tagen der Erholung verschwand das haarige Monster wieder im Meer und wurde nie wieder gesichtet.

Natürlich äußersten sich Wissenschaftler aus der ganzen Welt zu den ungewöhnlichen Sichtungen. Die plausibelste Erklärung schien, dass es sich um einen Walhai oder einen Riesenhai gehandelt haben könnte. Die verwesenden Körper der Haie können durchaus pelzartig wirken und den Orcas als Festmahl dienen. Veröffentlicht wurden im „Wide World Magazine“ drei Bilder einer weißen organischen Masse, die einen Globster zeigen. Der zugehörige Artikel des Journalisten Jones bestätigt die Vermutung, dass es sich auch bei den anderen Trunko-Sichtungen um Wale handelte.

 

Doch eine neue Tierart?

Eine weitere Vermutung ist, dass es sich bei em Trunko um eine neue Spezies handelt könnte. Er würde auch zu den Walen gehören, könnte aber auch eine Unterart der Robbe oder der Seekuh sein. Bis zur endgültigen Klärung wird der Trunko den Kryptiden zugeordnet und ihre Wissenschaft, die Kryptozoologie, beschäftigt sich weiter mit den Sichtungen vermeintlicher Trunkos.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.